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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 5. 2. 1912
Großmann, Stefan
München
Empfang: [6. 2. 1912 – 10. 2. 1912?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 34
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.143 Zeichen
Herstellung Schreibmaschine
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift beschriftet: »Großmann«
2) mit rotem Buntstift eine Unterstreichung
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »11«

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Stefan Großmann an Arthur Schnitzler, 5. 2. 1912. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02052.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02052«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 5. 2. 1912

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Weiteres

Stefan Großmann an Arthur Schnitzler, 5. 2. 1912

|Hotel
Telegramm-Adresse: Jahreszeitentyp, München.
Lieber’s Code – International Hôtel-Code.
Telefon 23073–23076
München, 5 Februar 1912
Auf der Durchreise.
Nachdem ich nun in München  »Das weite Land« mit Hrn Steinrück sah, möchte ich Ihnen, verehrter Herr Schnitzler, – wiewohl Sie gewiss auf diese Correctur gar kein Gewicht legen – sagen, dass ich nun erst das Werk wirklich gefühlt habe und das verfluchte Zeitungshandwerk anklage, welches Einen zwingt, im Handumdrehen |ein paar leicht-fertige Dinge innerhalb einiger Stunden über eine Dichtung zu sagen.
Durch Hrn Steinrück sah ich erst, wie viel menschliche Stärke im Hofreiter steckt, wie viel sittliche Energie bei aller Freiheit, wie viel Willens-training bei aller Ungebundenheit.
Das verdammte Gesetz der Nähe verwirrt Einen oft, ich sah nur |das Äußerliche, die Wiener Nichtsthuer-atmosphäre, das war oberflächlich und anmaßend.
Es liegt mir daran, Ihnen zu sagen, dass ich das Werk gestern mit einer Art Bangen mitgefühlt habe und einen tiefen, nicht schnell zu verwischenden Eindruck nach Hause trage.
Ich schreibe Ihnen dies mitten auf einer Forschungsreise nach Talenten durch ganz Deutschland und nur deshalb, |weil ich mir durch dieses Geständnis eine erleichterte Viertelstunde machen will.
Sehr ergeben:
Stefan Großmann
    Bildrechte © University Library, Cambridge