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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 6. 2. 1912
Rie, Therese
Wien
Empfang: [6. 2. 1912 – 10. 2. 1912?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, 85.1.4310
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 2.051 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift beschriftet: »Andro«
2) mit rotem Buntstift eine Unterstreichung

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Therese Rie-Andro an Arthur Schnitzler, 6. 2. 1912. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02569.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02569«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 6. 2. 1912

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Gedruckte Briefwechsel

Otto Brahm an Arthur Schnitzler, 6.2.1912

Quelle: Der Briefwechsel Arthur Schnitzler – Otto Brahm. Vollständige Ausgabe. Hg., eingel. und erl. von Oskar Seidlin. Tübingen: Niemeyer, 1975.

Weiteres

Therese Rie-Andro an Arthur Schnitzler, 6. 2. 1912

|Wien, d. 6. Februar 1912.

Sehr geehrter Herr,

Hans Pfitzner sendet Ihnen durch mich die Dichtung zu seinem neuesten Musikdrama »Palestrina«, zugleich seinen ersten dichterischen Versuch, und bittet Sie, als einen der ganz Wenigen, an dessen Urteil ihm gelegen ist, sie zu lesen.
Wenn er selbst sich nicht direkt an Sie wendet, liegt es zum Teil an seiner Ueberbürdung mit Arbeit (er ist, wie Sie vielleicht wissen, Direktor der Oper und des Konservatoriums in Straßburg und Leiter der Orchesterkonzerte), zum Teil an einer gewissen Scheu dem Briefschreiben gegenüber, die er mit |manchen seiner großen Kollegen gemeinsam hat, und wobei er lieber seine »Jünger« ins Treffen schickt.
Pfitzner weiß, daß Sie seinen Schöpfungen Ihr Interesse nicht entsagt haben, wenn sie – leider viel zu wenig! – in Wien zu hören waren. Vielleicht aber wissen Sie, sehr geehrter Herr Doctor, nicht, daß er zu Ihren wärmsten Bewunderern zählt; er hat sich unter anderm jahrelang mit Ihrem »Parazelsus« beschäftigt und ich kann es nicht genug beklagen, daß seine Liebe für dieses eminent »musikalische« Werk sich nicht zu Musik verdichtet hat. Ich denke immer, einmal wird das noch werden.
Pfitzner hat seine Dichtung – die Partitur ist erst in den allerersten Anfängen vorhanden – in ganz wenigen Exemplaren für Freunde drucken lassen. Er hat mich ermächtigt, Ihnen das meine zu senden und ich bitte Sie, es ruhig so lange zu behalten, als es Ihnen lieb ist. Doch bittet mich Pfitzner sehr, die Uebersendung seiner Dichtung als einen Akt des innigsten persönlichen Vertrauens aufzufassen und auch zu Freunden nicht drüber zu sprechen, ehe nicht auch der musikalische Teil der Arbeit vollendet ist.
Verzeihen Sie, sehr geehrter Herr, wenn ich Ihnen diese ein wenig drakonischen Bestimmungen des Meisters völlig ungeschminkt übermittle; allein ich bin es gewöhnt, mich seinen künstlerischen Wünschen unbedingt unterzuordnen und überzeugt, daß diese auch bei Ihnen das |absoluteste Verständnis finden werden.
Ich begrüße Sie in herzlicher Bewunderung.
L. Andro. (R. Rie.)
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar