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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 15. 4. 1913
Adam, Robert
Zistersdorf
Empfang: [16. 4. 1913 – 20. 4. 1913?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur A, Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. ser. 52.266, 161
Typ Briefentwurf
Beschreibung 1 Blatt, 2 Seiten, 2.966 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Robert Adam an Arthur Schnitzler, Briefentwurf, 15. 4. 1913. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02119.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02119«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 15. 4. 1913

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Schnitzler/Bahr
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Eugen Deimel an Arthur Schnitzler, 15.4.1913

Quelle: Heinz P. Adamek (Hg.): In die Neue Welt... Arthur Schnitzler - Eugen Deimel. Briefwechsel. Holzhausen Verlag: Wien 2003

Weiteres

Robert Adam an Arthur Schnitzler, Briefentwurf, 15. 4. 1913

|Zistersdorf, am 15. April 1913

Hochverehrter Herr Doktor!

Ich mache von Ihrer liebenswürdigen Erlaubnis Gebrauch und übersende Ihnen das Manuskript von »Fatme«.
Hiebei muß ich Sie vor allem deshalb um Nachsicht bitten, weil die Schreibmaschinenabschrift verschiedener leidiger Umstände halber nicht recht presentabel ausgefallen ist
Und dann bitte ich Sie betreffs der »Fatme« selbst um Duldung. Ich nenne sie eine »Studie«; ich wage es nicht, sie eine dramatische Studie zu nennen. Die beste Bezeichnung wäre vielleicht: ein Konglomerat. Wenn ich mir die Frage stelle, ob dies Gemengsel von Phantasterei, Theorie, Satire, Erlebnis, Rosinen, GesellschaftsKritik-Charakteririsierungs- und Dramenansätzen Sie interessieren werde – zweifle ich ; ja ich verzweifle geradezu. Ich möchte fast wünschen, ich hätte mich wegen dieses höchst undramatischen Mischlings von Ernst und Spott der betr. jedem Akt, ja jeder Szene einer Spezialexposition bedarf  nicht an Sie gewendet, da ich sehr befürchte, eine etwa gute Meinung, die Sie von meinem Geschmack u. technischen Geschick haben könnten,durch ihn zu vernichten, und ich wünschte, ich hätte die Vollendung einer weniger exotischen u. strafferen Komödie »Gesellschaft«, an der ich jetzt arbeite, abgewartet, anstatt mich »Fatme« gewissermaßen zu würfeln.
Was diese betrifft, möchte ich zur Aufklärung nur beifügen, daß ich ursprünglich die einfache Dramatisierung einer Erzählung Wells A story of the Days to come« in Tales of Space and Time ) im Auge hatte, dann aber, beim Überdenken des Stoffes   mich vor dem ××××weg & die Notwendigkeit gestellt sah,   anstatt den Wellsschen Zukunftsstaat einfach ,  zu akzeptieren, in einen Staat zu verlegen, der meinen Ansichten zu von einer möglichen Entwicklung der sozialen Verhältnisse besser entspräche. So mußte ich für den gegebenen Stoff einen eigenen Zukunftsstaat konstruieren; und kaum |war dies geschehenso ergab sich die weitere Notwendigkeit, auch mit dem Wellsschen Stoff zu brechen und die Fabel meinem Staate anzupassen. So ist Fatme die Story of the Days to come; dasselbe Messer, doch mit anderem und andrer Klinge
Sollten Sie, hochverehrter Herr Doktor, der Studie kein Interesse abgewinnen können, so bitte ich Sie, mir wegen ihrer Uebersendung nicht zu grollen und mir zu erlauben, sie später gegen die »Gesellschaft«, umzutauschen.
Ich verbleibe mit den ergebensten GrüßenIhr RA