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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 1. 6. 1915
Adam, Robert
Zistersdorf
Empfang: [2. 6. 1915 – 6. 6. 1915?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.4230,8
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 2.161 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift beschriftet: »Adam«
2) mit rotem Buntstift eine Unterstreichung
Textzeuge 2
Signatur A, Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod.ser. 52.267, 88–89
Beschreibung Maschinenschriftliche Abschrift, 1 Blatt, 1 Seite, 2.161 Zeichen
Herstellung Schreibmaschine

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Robert Adam an Arthur Schnitzler, 1. 6. 1915. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02207.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02207«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 1. 6. 1915

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Weiteres

Robert Adam an Arthur Schnitzler, 1. 6. 1915

|Zistersdorf, am 1. Juni 1915

Hochverehrter Herr Doktor!

Sie haben an mehreren meiner literarischen Produktionen, zuerst an der »Geschichte des Alî ibn Bekkâr«, dann am »Neidhard« und zuletzt an der Studie »Fatme«, einen mich derart ermutigenden Anteil genommen, daß ich es heute wage, Ihnen die beifolgenden sechs Szenen, die ich unter dem Titel »Der Fremde« zusammenfassen möchte, mit der ergebenen Bitte zu übersenden, Sie möchten dies von mir selbst nicht allzu geschickt und ebenmäßig angefertigte Manuskript einer Durchsicht würdigen und, falls Sie der Inhalt nicht abstößt, Ihrer Manuskript-Sammlung einreihen.
Diesseltsame Bitte richte ich deswe|gen an Sie, hochverehrter Herr Doktor, weil ich nicht bloß wegen der Zeitverhältnisse und wegen des Mißgeschicks, das mich bei jedem Versuch, in die Deutsche Literatur einzudringen, beharrlich verfolgt, sondern wegen des besonderen ärgerlichen Inhalts der vorliegenden Arbeit kaum hoffen darf, sie in absehbarer Zeit in Buchform zu lesen und Ihnen senden zu können, anderseits aber mein sehnlicher Wunsch dahin geht, eine Produktion, die mir selber sehr am Herzen liegt, dem Manne zur Verfügung zu stellen, an dessen Urteil und Würdigung mir am allermeisten gelegen ist.
Hinzu kommt noch die Erwägung, daß sich »Der Fremde« der Idee nach als drittes Stück der »Geschichte des Alî ibn Bekkâr« und dem »Neidhard« anreiht, die Sie, hochverehrter Herr Doktor, bereits kennen, indem er den Gedankenkreis der beiden Komödien abschließt, und daß es mir daher angelegen sein muß, Ihnen auch das letzte Stück, das sich mit |dem Problem der Liebe beschäftigt, mitzuteilen. Daß es eine sonderbare Art Drama darstellt, muß ich zugeben: der äußeren Handlung nach – wenn von einer solchen bei ihm überhaupt die Rede sein darf – mag es sich wie die Exposition einer Tragödie ausnehmen, der Idee nach aber ist die Tragödie in ihm bereits abgeschlossen – die Tragödie oder die Komödie, wie man’s nehmen mag. –
Verzeihen Sie mir, wie nun schon so oft, auch diesmal meine Zudringlichkeit und genehmigen Sie die Versicherung meiner Dankbarkeit und Hochachtung.
Ihr sehr ergebener
Robert Adam
(Dr Rob. Ad. Pollak,
kk. Bez. Richter,
Zistersdorf)
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar