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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 13. 12. 1915
Brandes, Georg
Kopenhagen
Empfang: [14. 12. 1915 – 18. 12. 1915?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 17
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.295 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift beschriftet: »Brandes«
2) mit rotem Buntstift vereinzelte Unterstreichungen
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »46«
Veröffentlichung 1
Georg Brandes, Arthur Schnitzler: Ein Briefwechsel. Herausgegeben von Kurt Bergel. Bern: Francke 1956, S. 119–120.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Georg Brandes an Arthur Schnitzler, 13. 12. 1915. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02223.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02223«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 13. 12. 1915

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Schnitzler/Bahr
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Elisabeth Steinrück, 13.12.1915

Quelle: Hermann Bahr, Arthur Schnitzler. Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente 1891–1931. Herausgegeben von Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller. Göttingen: Wallstein Verlag 2018

Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Paul Apel, 13. 12. 1915

Quelle: Arthur Schnitzler: Briefe 1913–1931. Hrsg. v. Peter Michael Braunwarth, Richard Miklin, Susanne Pertlik und Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1984. (PDF unter: https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/)

Gedruckte Briefwechsel

Eugen Deimel an Arthur Schnitzler, 13.12.1915

Quelle: Heinz P. Adamek (Hg.): In die Neue Welt... Arthur Schnitzler - Eugen Deimel. Briefwechsel. Holzhausen Verlag: Wien 2003

Weiteres

Georg Brandes an Arthur Schnitzler, 13. 12. 1915

|Kopenhagen d. 13 December 15
Verehrter FreundEs war mir eine angenehme Ueberraschung, so bald von Ihnen zu hören. Ich erwartete das nicht. Ich bin leider bettlägerig. Sie wissen als Artzt, wie langwierig dies verdammte Uebel ist, gegen welches das Serum erst zehn Jahre nach meinem Tode gefunden wird. Warme Umschläge imponiren den Bacillen nicht, und ich kann ihnen das nicht verdenken.
Peter Nansen soll besser sein. Es ist nur eine Bronchitis, die ein schwaches Fieber verursacht.
Sie haben ja völlig und unbestrittenes Recht, wenn Sie behaupten, als Dramatiker nicht mit irgend einer Ihrer Persönlichkeiten identisch zu sein. Aber die Schlussscene scheint mir jedoch den Totaleindruck zusammenfassen zu sollen. |Ueber die Feierlichen denke ich natürlich wie Sie. Da ich die 20 Jahre älter bin gewiss mit noch grösserem Widerwille als Sie.
Was Sie über die Kritiker sagen erstaunt mich nicht; ich kenne nichts widerlicheres und dümmeres.
Lassalle sagte »Zwei Arten von Menschen sind mir vor Allem verhasst Journalisten und Juden – und ich bin beides.«– Ich hasse die Kritiker und verachte sie, besonders die moralisierenden.
Einen Punkt muss ich beantworten, eine schwache Anspielung. Sie sagen, ich wisse wohl jetzt mehr über den Krieg als im Anfang. Einst schrieben Sie mir ebenfalls, ich solle doch nicht glauben, in Wien herrsche Hungersnoth. |Ich vergass damals zu antworten.
Irgend ein erbärmlicher Wicht von Journalist, der in einem dänischen Blatt irgend einen der gewöhnlichen idiotischen Artikel von einem sogenannt russischen Correspondenten gelesen hatte, bekam den Einfall, im Anfang des Krieges, mich deshalb anzugreifen, mich dafür verantwortlich zu machen. Darin soll gestanden haben, in Wien hungere man.
Ich hatte den Artikel nie gelesen, nie gesehen, viel weniger geschrieben oder aufgenommen. Nun ging diese Idiotie wie ein Lauffeuer durch die deutsche und österreichische Presse, mit imbecilen Schimpfworten gegen mich.
Sie scheinen daran geglaubt zu haben. So sind wir alle. Wie viele tausend Mal wir erfahren haben, dass das Gedruckte |nur Lüge war, immer wieder glauben wir an etwas.
Mein junger Schwiegersohn ist noch nicht verwundet, aber leidet grässlich an Leere, fühlt es, als verliere er den Verstand, werde alt und grau. Es ist immer besser als Wunden und Tod.
Ich bin von ganzem Herzen Ihr Freund
G B
    Bildrechte © University Library, Cambridge