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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 22. 12. 1915
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [22. 12. 1915 – 26. 12. 1915?]
Brandes, Georg
Textzeuge 1
Signatur Dk, Kopenhagen, Det Kongelige Bibliotek, Georg Brandes Arkiv, box 125
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 3 Seiten, 2.897 Zeichen
Herstellung Schreibmaschine
Handschrift schwarze Tinte (Überarbeitung, Unterstreichung, Unterschrift)
Zufügungen
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand auf dem ersten Blatt nummeriert: »39.«, das zweite Blatt datiert mit »22/12 15«
Veröffentlichung 1
Georg Brandes, Arthur Schnitzler: Ein Briefwechsel. Herausgegeben von Kurt Bergel. Bern: Francke 1956, S. 120–121.
Veröffentlichung 2
Arthur Schnitzler: Briefe 1913–1931. Herausgegeben von Peter Michael Braunwarth, Richard Miklin, Susanne Pertlik, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1984, S. 109–110.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Georg Brandes, 22. 12. 1915. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02224.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02224«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 22. 12. 1915

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Gustaf Linden, 22.12.1915

Quelle: Arthur Schnitzler, Gustaf Linden: Ein Briefwechsel. 1907–1929, Wien: Edition Praesens 2005 (Wechselbeziehungen Österreich-Norden, Band 7).

Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Adolf Gelber, 22. 12. 1915

Quelle: Arthur Schnitzler: Briefe 1913–1931. Hrsg. v. Peter Michael Braunwarth, Richard Miklin, Susanne Pertlik und Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1984. (PDF unter: https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/)

Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Gustaf Linden, 22. 12. 1915

Quelle: Arthur Schnitzler: Briefe 1913–1931. Hrsg. v. Peter Michael Braunwarth, Richard Miklin, Susanne Pertlik und Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1984. (PDF unter: https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/)

Kalliope Verbundkatalog

Schnitzler, Arthur an Gelber, Anton [Briefe]

2 Bl.Durchschl. Mit 1 weit. Ex. 2 Bl.Durchschl.

Weiteres

Arthur Schnitzler an Georg Brandes, 22. 12. 1915

|Dr. Arthur Schnitzler
Wien XVIII. Sternwartestrasse 71
22. 12. 1915.

Lieber und verehrter Freund.

Herzlichsten Dank für Ihre rasche Antwort, und zugleich eine Aufklärung. Es ist mir gar nicht eingefallen eine »Anspielung« zu machen, denn das, worauf ich Ihrer Meinung nach angespielt habe, ist mir bis zum Eintreffen Ihres Briefes total unbekannt geblieben. Wenn ich diesen richtig verstanden habe, hat man Ihnen offenbar Aeusserungen in den Mund gelegt, die Sie niemals getan haben. Mir ist gleich zu Anfang des Krieges ganz Aehnliches passiert. Von Freunden in Russland wurde ich in Kenntnis gesetzt, es sei in dortigen Zeitungen ein Interview erschienenen, in dem ich irgend einem Journalisten gegenüber die albernsten Dinge über Tolstoi, Anatole France, Shakespeare und Maeterlinck geäussert hätte. Man riet mir dringend etwas dagegen zu unternehmen (was ich anfangs nicht wollte), weil man in Russland all diesen Unsinn glaubte. Durch Vermittlung Romain Rollands liess ich nun in Schweizer Blättern eine Entgegnung erschei|nen, in der ich versicherte, dass ich niemals ein Wort von all dem Widersinn geäussert und bald darauf stellte sich das Ganze auch als die Mystifikation irgend eines russischen Winkelblattes heraus. Hingegen wurde ich von gewissen deutschen und österreichischen, selbstverständlich antisemitischen Blättern in der blödesten Weise angegriffen, weil ich es für notwendig gefunden hatte jene erlogenen Aeusserungen über die feindesländischen Dichter richtig zu stellen. Und noch bei Gelegenheit meiner letzten Premiere bekam ich es in irgend einem solchen, sich patriotisch gebärdenden Journal zu lesen, dass mir das Organ für diese Zeit fehle, wie ich ja schon zu Beginn des Krieges (wörtlich) »Torheiten über unsere Feinde« geäussert. Sie können sich also denken, lieber Freund, dass es mir schon a priori näher liegen müsste Zeitungsgeschwätz anzuzweifeln als es auf Treu und Glauben hinzunehmen. Meine von Ihnen missverstandene Bemerkung aber bezog sich nur auf den Umstand, dass unseres Wissens in den |ersten Monaten des Krieges die Presse aller neutralen Länder ihre Nachrichten – nicht nur über den Krieg selbst, sondern auch über die inneren Zustände Deutschlands und Oesterreich-Ungarns in reicherem Mass von der Entente als von den Zentralmächten bezog, sowie ich mich auch gedrängt fühlte Freunde in Amerika in diesem Sinne nach Möglichkeit aufzuklären (was übrigens zur Folge hatte, dass einer dieser Privatbriefe ganz entstellt in ein New-Yorker Blatt und von dort wieder noch entstellter in deutsche Blätter überging. Also ich denke wir wissen beide wie viel wir von dem zu halten haben, was in den Zeitungen steht!)
Für heute nur so viel; mögen Ihnen die Feiertage lauter Gutes, insbesondere völlige Genesung bringen und uns allen eine gegründetere Hoffnung auf die baldige Wiederkehr schönerer Zeiten, als wir sie nach dem augenblicklichen Stand der Dinge hegen dürfen.
Mit herzlichen Grüssen
Ihr allezeit freundschaftlich ergebener
[handschriftlich:] Arthur Schnitzler
    Bildrechte © Det Kongelige Bibliotek, Kopenhagen