Einstellungen

Ansicht
Faksimile
Bilder neben dem Text
Textkritik
Textkritische Zeichen
Langes-s (ſ)
Gemination m (m̅)
Gemination n (n̅)
Streichung
Hinzufügung
Markierung von Entitäten
Alle Markierungen
Personen
Werke
Orte
Institutionen
Ereignisse

Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 23. 7. 1917
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: 25. 7. 1917
Beer-Hofmann, Richard
Bad Ischl
Textzeuge 1
Signatur U.S.A., Yale, Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Yale Collection of German Literature, MSS 31
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 2 Seiten, Kuvert, 2.750 Zeichen
Handschrift Bleistift, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Versand Stempel 1:
  • Ort: Bad Ischl
  • Datum: 25. VII. 17
  • Zeit: IX
Veröffentlichung 1
Arthur Schnitzler: Briefe 1913–1931. Herausgegeben von Peter Michael Braunwarth, Richard Miklin, Susanne Pertlik, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1984, S. 138–140.
Veröffentlichung 2
Arthur Schnitzler, Richard Beer-Hofmann: Briefwechsel 1891–1931. Herausgegeben von Konstanze Fliedl. Wien, Zürich: Europaverlag 1992, S. 224–225.

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 23. 7. 1917. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02267.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02267«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02267.html |titel=Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 23. 7. 1917 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1917-07-23 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 23. 7. 1917

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Traumtagebuch

Traum vom 23. Juli 1917

Quelle: Arthur Schnitzler: Träume. Das Traumtagebuch 1875–1931. Herausgegeben von Peter Michael Braunwarth und Leo A. Lensing. Göttingen: Wallstein 2012 (Bibliothek Janowitz, Bd. 20)

Weiteres

Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 23. 7. 1917

|Dr Arthur Schnitzler XVIII Sternwartestr 71.
|Dr. Richard Beer-Hofmann

|Wien, 23. 7. 1917
lieber Richard – man wird so leicht unbescheiden! Da Sie mir einen Brief geschrieben haben, so wär es mir natürlich sehr erfreulich gewesen, darin auch etwas über Sie, die Ihren, Ihr Leben, Ihr Arbeiten, und was es eben so von Ischl nach Wien zu berichten gibt vorzufinden, und ich hoffe, daß Sie in der Antwort auf diesen hier einiges nachtragen werden. Ich will Ihnen heute nur sagen, dass es Arthur K. völlig gut geht und daß er Mittwoch in seine Wiener (übrigens definitiv gekündigte) Wohnung wiederkehrt. Vorgestern fügte es sich, daß er mir seine Ideen (über die er mir schon manches vorher andeutungsweise mitgetheilt) – in einer Art von Zusammenhang vortrug. Meine Vorbildg in der Philosophie ist zu wenig exact und ausgreifend, als daß ich mir ein Urtheil zu bilden vermöchte, ob die merkwürdigen Dinge, die K. eingefallen sind einen Schritt vorwärts bedeuten in der Geschichte des menschlichen Denkens: für mich handelt es sich hier um wunderschöne Gedankenspiele (nicht -spielereien), in einer beträchtlichen und sehr reinen Höhe, an denen ich ein Wohlgefallen empfinde, in dem intellectuelle, aesthetische und auch moralische Elemente vorhanden sind. Mir wär es wahrscheinlich nicht anders gegangen, wenn mir Kant oder Schopenhauer ihre geistigen Entdeckungen zum ersten Mal vorgetragen hätten; – meine Ansichten über Philosophie als Wissenschaft |sind überhaupt etwas ketzerisch; nicht daß ich die Philosophie »unterschätzte« – ich rangire sie nur anderswo ein, als ihre Adepten es im allgemeinen zu thun pflegen. Und mir scheint als wenn mir gerade aus manchem was K. ausspricht, Bestätigungen für meine Auffassung – oder sagen wir Empfindung – entgegenkämen. Über die Krankheit selbst, und über die Aerzte wollen wir uns mündlich unterhalten. Wann? Salzkammergut nicht sehr wahrscheinlich. Ende August gedenken wir (wenns nicht gar zu unbequem) nach Partenkirchen zu meiner Schwägerin, ev. halten wir uns in Salzburg auf. – Hier ist es ganz erträglich, ich mache (fast immer allein) schöne Spaziergänge im Wiener Wald, (den Sie kennen lernen sollten) – entdecke immer neue Gegenden, mit neuen Schönheiten. Im übrigen arbeite ich – es ist, neben dem Spazierengehen, die einzige Art, über das Grauen, die Sinnlosigkeit und die Abgeschmacktheit dieser Zeit gelegentlich wegzukommen. Sinnlosigkeit? – Oder sollte es doch einen Sinn haben? Dann müßte man erst recht verrückt werden. – Nehmen Sie unser Beileid zu Schufterls Hinscheiden; bei uns hat sich nun auch so ein kleines Thierchen einquartiert, das eigentlich der Wucki gehört, die jetzt mit ihm auf Urlaub ist – in Oberhollabrunn. Die Rückkehr beider erwarte ich mit Fassung.
Wir grüßen Sie Alle herzlichst.
Ihr Arthur
    Bildrechte © Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Yale