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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 2. 12. 1918
Adam, Robert
Wien
Empfang: [2. 12. 1918 – 6. 12. 1918?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 1
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 2.211 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift beschriftet: »Adam«
2) mit rotem Buntstift zwei Unterstreichungen
Ordnung von unbekannter Hand nummeriert: »10«
Textzeuge 2
Signatur A, Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. ser. 52.263
Typ Briefentwurf
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.211 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Zusatz Entwurf des Briefes, datiert auf den 1. 12. 1918 und mit leichten sprachlichen Variationen
Textzeuge 3
Signatur A, Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod.ser. 52.269, 225 verso
Typ Brief
Beschreibung Maschinenschriftliche Abschrift, 1 Blatt, 1 Seite, 2.211 Zeichen
Herstellung Schreibmaschine

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Robert Adam an Arthur Schnitzler, 2. 12. 1918. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02314.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02314«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02314.html |titel=Robert Adam an Arthur Schnitzler, 2. 12. 1918 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1918-12-02 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 2. 12. 1918

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Weiteres

Robert Adam an Arthur Schnitzler, 2. 12. 1918

|Wien, am 2. Dezember 1918

Hochverehrter Herr Doktor!

Verzeihen Sie es meiner bangen Ungeduld, daß ich, obwohl nicht viel mehr als zwei Wochen verstrichen sind, seit ich dem Deutschen Volkstheater meine zwei Stücke überreichte, bei Ihnen anfrage, ob Ihnen von dem Schicksal, das ihrer harrt, schon etwas bekannt geworden ist? Ich bin ohne jede Nachricht und weiß nicht recht, ob ich wieder im Theater vorsprechen soll und an wen ich mich am besten wenden sollte; ich besorge, mir durch Zudringlichkeit und Zurschautragen von Ungeduld Chancen, die ich etwa hätte, zu verderben, anderseits aber wieder, stilles Zuwarten möchte auch nicht das |richtige Vorgehen sein. Könnten Sie mir, bitte, hierin einen Rat geben?
Mir hilft jetzt über viele Unannehmlichkeiten der deutschösterreichischen Epoche – Amtsarbeit, Verkühlung, Fett- und Fleischhunger, kühle Zimmer – die Lektüre eines wundervollen Buches hinweg, das ich neulich in der Bibliothek der Justizbeamten aufstöberte und das mir bis jetzt vollkommen unbekannt war (obwohl es in den 80er Jahren einiges Aufsehen erregt haben muß). Es heißt: »Briefe eines Unbekannten« und wurde von dem Grafen Rudolf Hoyos bei Gerold in Wien herausgegeben, 1887 in zweiter Auflage. Der Briefschreiber war ein Herr von Villers, pensionierter sächsischer Legationsrat, ein Mann von höchster Kultur. Wie konnte es kommen, daß ich von diesem Buch nie etwas las oder hörte? Es gehört, will mich dünken, nicht nur zu den vornehmsten, sondern zu den geistvollsten und liebenswürdigsten Büchern der deutschen |Literatur. Ich muß mich zurückhalten, Ihnen nicht Stücke auszuschreiben, um Ihnen davon – falls Sie diese Briefe nicht ohnehin kennen sollten – Proben zu geben; aber vielleicht kennen Sie, was ich entdeckt oder wiederentdeckt zu haben glaubte, ohnehin und meine Begeisterung scheint Ihnen zwar nicht lächerlich – denn ich glaube kaum, daß ein für Literatur Empfänglicher diesen Briefen gegenüber kalt bleiben könnte –, aber doch unnütz. –
Zu schriftstellerischer Betätigung komme ich jetzt gar nicht; mir ist, als müßte ich alle mir nach viereinhalb Kriegsjahren verbliebene Energie dazu aufbrauchen, nicht allzusehr zu frieren, und als bliebe für’s Denken keine mehr übrig.
Mit den ergebensten Grüßen
Ihr
DrRAdam
    Bildrechte © University Library, Cambridge