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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 28. 5. 1928
Mann, Thomas
München
Empfang: [29. 5. 1928 – 2. 6. 1928?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 67
Typ Briefkarte
Beschreibung 943 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit rotem Buntstift beschrieben: »Therese«
Veröffentlichung 1
Hertha Krotkoff: Arthur Schnitzler – Thomas Mann: Briefe. In: Modern Austrian Literature, Jg. 7 (1974) Nr. 1/2, S. 25.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Thomas Mann an Arthur Schnitzler, 28. 5. 1928. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02501.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02501«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 28. 5. 1928

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Pollaczek: Schnitzler und ich
Wiener Schnitzler
Weiteres

Thomas Mann an Arthur Schnitzler, 28. 5. 1928

|Dr. Thomas Mann München den 28. V. 28.

Lieber, verehrter Arthur Schnitzler,

ich muß Ihnen sagen, wie sehr ich Ihre »Therese« liebe, diesen Roman, der, wie alle Guten und Wichtigen heute, keiner mehr ist, und in den ich in langsamer, inniger Lektüre in mich aufgenommen habe. Was ich so bewundere, ist die Conception des Buches, das Große, Einfache, Wahre, durchaus Lebensgemäße, die dauernde stille und tiefe Erschütterung durch das |Menschliche, ohne Aufwand, ohne Spannung, Konflikte, »Knotenschürzung«, »Erfindung«, – lauter Dinge, die als läppisch zu empfinden dies Buch wie kein anderes zu lehren geeignet ist. Und Sie haben dem Menschenleben, wie es ist, wie es meistens ist, eine Sprache zu finden gewußt, schlicht und rein und wahr wiederum, wahr, treffend und scheinbar unbewegt, aber von so zwingender Melodik dabei, daß man nach den ersten paar Sätzen weiß: Das lese ich mit Lust zu Ende. Haben Sie vielen Dank und aufrichtigen Glückwunsch!
Ihr ergebener
Thomas Mann.
    Bildrechte © University Library, Cambridge