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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 21. 7. 1928
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [21. 7. 1928 – 25. 7. 1928?]
Hofmannsthal, Hugo von
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Frankfurt am Main, Freies Deutsches Hochstift, Hs-30885,158
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 3 Seiten, 2.869 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung 1) mit Bleistift von unbekannter Hand beschriftet: »5 Tage vor Lili’s Tod«
2) mit Bleistift von unbekannter Hand das zweite Blatt nummeriert mit »2.«
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 310–311.
Veröffentlichung 2
Arthur Schnitzler: Briefe 1913–1931. Herausgegeben von Peter Michael Braunwarth, Richard Miklin, Susanne Pertlik, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1984, S. 557–559.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Hugo Hofmannsthal, 21. 7. 1928. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02504.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02504«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Samstag, 21. 7. 1928

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Pollaczek: Schnitzler und ich
Pollaczek: Schnitzler und ich
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Kino

Schnitzler und Pollaczek sehen „König der Könige“ („King of the kings“) im Palace Grand Kinotheater / Palast Kino, 21. Juli 1928

Quelle: »A. ist manchmal wie ein kleines Kind«. Clara Katharina Pollaczek und Arthur Schnitzler gehen ins Kino. Herausgegeben von Stephan Kurz und Michael Rohrwasser unter Mitarbeit von Daniel Schopper. Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag 2012.

Kalliope Verbundkatalog

Schnitzler, Lili an Schnitzler, Arthur [Briefe]

Letztes Objekt aus der Mappe. 6 Br., 1 Tel. 43 Bl.

Weiteres

Arthur Schnitzler an Hugo Hofmannsthal, 21. 7. 1928

|Wien, 21. 7. 928
mein lieber Hugo, Sie werden schon von unserer Freundin-Hofrätin gehört haben, wie sehr Ihr Brief über die Therese mich gefreut hat; – das Buch hat, sowohl beim Publikum, als bei den paar Menschen, auf die es mir besonders ankommt, mehr Erfolg als ich je hätte vermuthen dürfen. Die Entstehungsgeschichte ist einigermaßen merkwürdig, ich erzähle Ihnen einmal mehr davon.
– Christiane war mir immer außerordentlich sympathisch – ich glaube das klare, gerade, kluge wahrhaft verläßliche ihres Wesens seit jeher gespürt zu haben u bin froh, dass der rechte Mann die rechte Wahl getroffen hat. Mögen Sie ihr bald das Heidelberger Häuschen bauen können. Meine Kinder in Venedig haben jetzt etliche Wohnungsschwierigkeiten durch einen kläglichen wahrhaft Goldonischen Hausherrn – (»nur halt dass er leider lebt«.) – Im übrigen sind sie glücklich, und ich hab ihn (von Lili gar nicht zu reden) sehr gern. Sie wissen, dass wir drei im Frühjahr eine schöne Reise gemacht haben. Corfu, Athen, Kon|stantinopel, Rhodus. Jetzt war Heini 10 Tage bei mir, und ich habe viel Freude von ihm gehabt.
Die Sommermonate werd ich wohl hier verbringen; ich sehe recht viel Menschen, insbesondere Amerika findet sich in zahlreichen, oft verständnisvollen Exemplaren ein. Mit dem Arbeiten geht es ganz leidlich, aber Dilettant, der ich bin und bleibe, spiel ich mich mit Figuren und Stoffen mehr herum, – und eigentlich lieber, als dass ich die Dictatur meines sogenannten Talentes oder wie wir es nennen wollen über sie ausübe. Immerhin wird gelegentlich schon wieder was herauskommen, und ans Geldverdienen muss man ja leider immer ernstlicher und continuirlicher denken.
Die aegyptische hab ich natürlich schon gekannt; in der Oper hab ich einen schönen Eindruck gehabt, und es war mir über alle Maßen interessant, Ihre Dichtung so für mich hin zu lesen – und dass Musik mir immer mitklang, spricht für Dichter wie für Musiker. Es ist unglaublich, wie Ihre Sprache Möglichkeiten u Einfälle des Componisten oft vorauszuahnen scheint; es ist wahrhaftig Dichtung für Musik und aus Musik zugleich. Die beiden Akte sind mir |jeder für sich, einleuchtender, als in ihrem innern Zusammenhang; das ganze Problem hat mich sehr bewegt, und ich denke, Sie hätten es noch tiefer erschöpft, wenn Sie sich – ohne jeden Gedanken an und ohne jede Rücksicht auf Melodisirung und auf Operisierung Ihrem dramatischen Ingenium hätten hingeben dürfen (wie ich derartiges in Ihren einleitenden Worten, schon in d N. Fr Pr. wunderbar angedeutet fand.). Nur mit den Liebestränken, besonders den Dosirungsmöglichkeiten konnt ich mich nicht befreunden; irgendwo in mir steckt doch ein Pedant und Rationalist und der Teufel soll mich holen, am Ende gar ein Recensent.
Nun mein lieber Hugo lassen Sie sich nochmals danken – und nach allen Richtungen bestes und gutes wünschen. Und wer weiss vielleicht sieht man sich sogar wieder einmal.
Ihr getreuer
Arth
    Bildrechte © Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main