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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 17. 3. 1930
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [18. 3. 1930 – 22. 3. 1930?]
Bahr, Hermann
München
Textzeuge 1
Signatur A, Wien, Theatermuseum, HS AM 23399 Ba
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 2 Seiten, 1.426 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Bahr 1) mit rotem Buntstift ergänzt: »Schnitzler«
2) mit blauem Buntstift im Text »bindet« unterstrichen
Veröffentlichung 1
17. 3. 1930. In: Arthur Schnitzler: The Letters of Arthur Schnitzler to Hermann Bahr. Edited, annotated, and with an introduction, by Donald G. Daviau. Chapel Hill: The University of North Carolina Press 1978, S. 117–118 (University of North Carolina studies in the Germanic languages and literatures, 89).
Veröffentlichung 2
Hermann Bahr, Arthur Schnitzler: Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente (1891–1931). Herausgegeben von Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller. Göttingen: Wallstein 2018, S. 596.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Hermann Bahr, 17. 3. 1930. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02533.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02533«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 17. 3. 1930

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Pollaczek: Schnitzler und ich
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Kalliope Verbundkatalog
Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Arthur Schnitzler an Hermann Bahr, 17. 3. 1930

|Wien, 17. 3. 1930.
Mein lieber Hermann, dein Heimweh nach Wien und das deiner verehrten Gattin hat auch mir ans Herz gegriffen, und der Hofrätin, mit der ich neulich davon sprach. Aber so wenig ich den Nobelpreis kriegen werde, so wenig hab ich in Oesterreich zu sagen, sonst hätt ich dich längst wieder ans Burgtheater berufen (auf die Gefahr hin, dass du mich wieder nicht aufführst, auch ohne Poldi) – und wie erst Frau Mildenburg an die Oper oder wohin sie sonst möchte, – und in der Musik geht ja meine Objectivität noch weiter als in der Literatur. Aber je weniger man versteht und je mehr man liebt, um so gerechter ist man.
Aber Scherz beiseite, was bindet dich eigentlich an München? Ich habe das Gefühl, dass deine Leiden und – entschuldige – deine Hypochondrien sich hier zumindest lindern würden. Es würde viele freuen auch manche die nicht in allem deines Sinnes sind, Dich wieder hier zu wissen. Denn wissen wir überhaupt |welchen Sinnes wir sind. Kaum welchen Herzens. Beziehungen, auch unterbrochene, auch gestörte, sind das einzige reale in der seelischen Oekonomie. Wenn mir meine Vergangenheit erscheint, bist du mir immer Einer der nächsten, und so kann es auch in der Gegenwart nicht anders sein.
Klingt das nicht ein bischen nach fünfter Akt, erste Scene? Sagen wir: Vierter, vorletzte. Wir wollen nicht sentimental werden. Ich bemerke mit angemessener Kühle: Hoffentlich sieht man sich einmal wieder. Es wäre schön.
Von Herzen Dein
Arthur
    Bildrechte © Theatermuseum, Wien