|Berlin d. 17. 6. 08
Sehr geehrter Herr Doctor – ich wünschte sehr, ich
dürfte meine Bewunderung Ihres Romans öffentlich aussprechen. Aber auf dem Weg zur Buchbesprechung ist für
mich leider gar kein Plätzchen frei. So möchte ich Ihnen wenigstens, als ein Zeichen
meiner Verehrung mein eigenes, so eben erschienenes, Buch |senden. Leider hat es mit dem Ihren nichts gemein, als
eine Stimmung. In einem zweiten Band soll diese noch vertiefter werden. –
Hätte ich mich an Ihrem Werk
nicht so entzückt, so könnte ich Sie darum beneiden. Wie kann man so viel können!
Einen solchen Reichthum in sich haben und solche Kraft ihn auszumünzen. Ich liebe
Maupassant, aber ich suche nicht den billigen
Vergleich mit Ihnen. Der Sie so persönlich sind, so ganz ein Eigener. |Ganz traurig wird man doch, dass es so eine restlose
Fähigkeit des Ausdrucks giebt, so eine Seelenkunde, so ein Verstehen des
Menschlichen. Und Unsereins wagt sich daneben auch Schriftsteller zu nennen.
Verzeihen Sie mir Beides. Diesen Herzensschrei und das Senden meines Buchs.
In aufrichtiger Ergebenheit
Frau Auguste Hauschner
Frau Auguste Hauschner
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