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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 17. 2. [1894]
Goldmann, Paul
Paris
Empfang: [18. 2. 1894 – 22. 2. 1894?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3164
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.377 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift auf dem ersten Blatt die Jahreszahl »94« vermerkt
2) mit rotem Buntstift zwei Unterstreichungen

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 17. 2. [1894]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02609.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02609«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Samstag, 17. 2. 1894

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Kalliope Verbundkatalog

Glümer, Marie an Schnitzler, Arthur [Briefe]

Letztes Objekt aus der Mappe. 17 Br., 3 Tel. 25 Bl.

Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 17. 2. [1894]

|Paris, 17. Februar.

Mein lieber Freund,

Es ist nur der Zeitmangel. Ich denke oft an Dich. Stelle Dir sehr oft vor und es ist doch noch mehr. Spreche auch viel von Dir. Aber schreiben? Unmöglich. Und was auch? Was ich thue, siehst Du aus der Zeitung, wo Du meine Arbeiten mit einer Treue verfolgst, die mich rührt. Nebenher keinen Strich. Improductivitas absoluta. Schädel leer, Herz leer. Verkommene Existenz. Scheußlicher bürgerlicher Zustand, seelischer desgleichen. |Das ist immer dieselbe Geschichte. Was willst Du also von mir hören? Mir ist lieber, ich höre von Dir. Das ist doch wenigstens eine Freude.
Und doch ein kleiner Lichtblick. Einen Menschen gefunden, den Ersten seit Wien. Heißt Henri Albert, Mitte zwanzig. Dasjenige, was wir seinerzeit impertinent genug waren, eine Wir-Natur zu nennen. Noch mehr: ich glaube beinahe, daß er ein viertes Exemplar ist von der Species ArthurRichardLoris. Noch weiß ichs nicht genau; denn ich habe die Aufrichtigkeit-Diagnose noch nicht stellen können. Alles |Übrige scheint zu stimmen. Und, oh Wunder, er kennt Euch Alle, hat von Allen gelesen. Nun kennt er Euch natürlich erst recht. Ich habe ihn – auf Widerruf – zum auswärtigen Mitglied unseres Kreises ernannt, weil ich ihn lieb gewonnen und dies der höchste Orden ist, das Goldene Vließ, das ich zu vergeben habe. Wenn das keine Enttäuschung ist – in Paris haben die Naturen solche Untiefen! – so ists ein wahrer Fund gewesen. Er correspondirt von hier für die »Freie Bühne«, schreibt außerdem viel in den jungen französischen Revüen. Als Elsässer spricht und schreibt er deutsch wie französisch. |Ich bin hinter ihm her, daß er mir über Euch einen Artikel in den »Mercure de France« oder die »Société Nouvelle« macht, daß er etwas von Dir übersetzt etc. Hoffen wir!
Wann kommt endlich Einer von Euch her?
Deine Zukunfts-Zuversicht betreffend Deine Production für dieses Jahr hat mich unendlich erfreut. Aber was? Und wie gehts Dir sonst? Persönliches, persönliches, mein theurer Freund!
Über Niemann bin ich ganz anderer Ansicht. Mich hat das Ding hoch entzückt gerade wegen seiner Absichtslosigkeit, gerade, weil ich in ihm ein einfaches, humorvolles,  zierliches Kunstwerk gefunden, von der Höhe des intellectuellen Standpunktes abgesehen. Wer von uns hat da Recht? Und Duerer? Schreib’ mir über Duerer! Herzlichst und in Treue Dein Paul Goldmann
|viele herzliche Grüße an die Freunde. Schreib mir bald einen langen Brief
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar