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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 18. 12. [1891]
Goldmann, Paul
Paris
Empfang: [19. 12. 1891 – 23. 12. 1891?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3162
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.757 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift das Jahr »91« vermerkt

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 18. 12. [1891]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02675.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02675«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Freitag, 18. 12. 1891

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 18. 12. [1891]

|Paris, 18. December.

Mein lieber Arthur!

Ich habe gerade deinen Brief erhalten u. laufe rasch in das nächstliegende Café de la Paix hinein, um mir meine Freude von der Seele zu schreiben. Wie froh ich bin, Unrecht gehabt zu haben! Ich beglückwünsche Dich innig und von ganzem Herzen, und ich rufe aller guten Engel Beistand auf Dich herab, auf daß das große Werk gelinge. Ist der Wind Dir nur ein wenig günstig, so bist Du von heut auf morgen ein in ganz Deutschland bekannter Mann. Wie eitel ich darauf bin, daß ich so fest an Dich geglaubt. Nun aber folge mir ein wenig, mein lieber Junge (entschuldige, es ist nicht wegen der Jugend, sondern |wegen der Herzlichkeit) und sei nicht bockbeinig und mache die Änderungen, die erfahrene Theaterpraktiker von Dir verlangen, so roh sie Dir auch erscheinen mögen. Das Geheimniß des Erfolges liegt nicht am Wenigsten in der Kunst, Concessionen zu machen. Vor allem muß der dritte Akt umgearbeitet werden – muß, glaube mir! Wenn Du die lauten Explosionen verabscheust – gut! Aber conciser, compacter, kräftiger ansteigend und einheitlicher muß die Sache werden. Eine Kleinigkeit: mach’ Moritzki etwas komischer! |So ist er zu trocken und ledern. Der polnische Accent allein genügt nicht; es muß auch in den Worten etwas sein. Ich bitte Dich, mich über die Änderungen au courant zu erhalten. Vielleicht daß ich doch etwas noch dazu bemerken kann! Und nochmals: von ganzem Herzen Glückauf! Das Leben ist doch manchmal auch gut, und das war eine freudige Überraschung heut Abend. . . . 
Vielen Dank für die lieben Empfehlungen!
Grüß’ Dich Gott!
Dein
Paul Goldmann
verte!
|Darf ich Herzl dein Stück geben?
Dabei fällt mir ein, daß dieser Erfolg in nächster Saison mich einen Freund kosten wird. Du wirst wohlwollend gegen mich werden. Enfin, c’est la vie ça!
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar