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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 22. 11. 1896
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [23. 11. 1896 – 27. 11. 1896?]
Goldmann, Paul
Paris
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS85.1.5681
Typ Brief
Beschreibung Fotokopie, 2 Blätter, 8 Seiten, 2.037 Zeichen, Fragment
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Zusatz Von den Korrespondenzstücken Schnitzlers an Goldmann fehlt weitgehend jede Spur. In der Edition von Ritterlichkeit (1975) schreibt die Herausgeberin Rena R. Schlein: »Zwei Telegramme und ein Brief Schnitzlers an Goldmann wurden mir von Dr. Leo P. Reckford, der diese Dokumente von der Familie Goldmanns zum Geschenk bekam, für meine Arbeit zur Verfügung gestellt« (S. 1). Reckford starb 1988, seine Nachkommen haben keine Kenntnis von diesen (und etwaigen weiteren) Korrespondenzstücken und sie sind auch nicht auffindbar. Rena R. Schlein kam 1919 zur Welt. Ein Kontakt konnte nicht hergestellt werden. Die vorliegende Kopie besteht aus einem Doppelblatt mit zwei Seiten, die links die vierte und rechts die erste Seite des ersten Blattes umfassen. Beim Erstellen der Kopie wurde der linke Rand der linken Seite nicht ordentlich adjustiert und fehlt. Die Kopie dürfte durch Reckford oder Schlein in den Besitz Heinrich Schnitzlers gelangt sein.
Editorischer Hinweis Jene Teile des Briefes, die nicht im Fragment erhalten sind, werden mit Hilfe der Edition in Ritterlichkeit ergänzt. Die Verwendung des Schaft-s (»s«) wurde entsprechend den amtlichen Regeln auch auf die nicht erhaltenen Teile übertragen.
Veröffentlichung 1
Arthur Schnitzler: Ritterlichkeit. Fragment aus dem Nachlaß. Bonn: Bouvier Verlag Herbert Grundmann 1975, S. 6–7 (Abhandlungen zur Kunst-, Musik- und Literaturwissenschaft, 176).
Veröffentlichung 2
Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981, S. 308–309.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Paul Goldmann, 22. 11. 1896. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02686.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02686«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Sonntag, 22. 11. 1896

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Paul Goldmann, 22. 11. 1896

Quelle: Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Hrsg. v. Therese Nickl u. Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981.

Weiteres

Arthur Schnitzler an Paul Goldmann, 22. 11. 1896

|So fest ich auch von dem glücklichen Ausgang überzeugt war, mein liebster Paul – ich bin doch jetzt froher als gestern um die Zeit. Noch vor Deinem Telegramm haben wir im Kaffehaus von einer Redaction |das Resultat telephonisch erfahren. Und nun sage mir selbst – ist es nicht jämmerlich, daß Menschen wie Du solchen Möglichkeiten preisgegeben sind – oder, wie ich fast lieber sagen möchte, preisgegeben zu sein glauben? Ich habe von Leo manches gehört, ich habe auch Deine Artikel in der Fkt. Ztg. alle gelesen – Du hast Dich einfach prachtvoll benommen – auf Dein Tun und Schreiben hin allein müßte das Verfahren gegen Dreyfus neu aufgenommen werden.
Wenn in dieser Sache ein Erfolg erzielt werden wird; Dir wird er zu danken sein. Eine schönere Selbstlosig|keit hat selten ein Mann in Deiner Lage bewiesen. Es ist ebenso edel als blödsinnig, dass Du Dich geschlagen hast – wärst Du aber erschossen worden, so hätte die Ungeheuerlichkeit des Blödsinns alles andere verschlungen. Es ist vorbei – und ich hoffe, dass Du keiner neuen Gefahr entgegen|gehst. Ich wünsche dringend, daß Du Dich durch keinen Tropf mehr beleidigt fühlen mögest. Und wenn Du genötigt bist, einen zu insultieren, so wirst Du jedenfalls genau wissen, warum Du es tust, wirst also immer im Recht sein und kannst auf die lächerliche Fälschung verzichten, welche durch einen Kugelwechsel in klare Tatsachen hineingetragen wird. Du hast ja schließlich auch bewiesen – nachdem das nun einmal notwendig zu sein scheint – daß Du »Mut« hast; also auch von dieser Seite kann man nicht mehr an Dich heran. –
|Vielleicht hast Du Zeit und Lust, mir näheres mitzuteilen; Du begreifst es, daß Deine Seelenzustände in den verschiedenen Momenten mich auch aufs lebhafteste interessieren, auch darüber sage mir etwas. –
Auf Deinen lieben Brief von neulich antworte ich Dir dieser Tage. Von mir ist nur in Kürze zu melden, daß ich an den alten psychischen Sachen in störend hohem Maße leide. –
Leb wohl, mein lieber Paul, und nochmals tausend Glückwünsche, tausend Grüße!
Dein treuer Arthur
Wien 22. 11. 96.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar