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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 23. 12. [1893]
Goldmann, Paul
Paris
Empfang: [24. 12. 1893 – 28. 12. 1893?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3163
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.062 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »93« vermerkt
2) mit rotem Buntstift zwei Unterstreichungen

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 23. 12. [1893]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02724.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02724«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Samstag, 23. 12. 1893

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 23. 12. [1893]

|Paris, 23. December.

Mein lieber Freund!

Dein letzter Brief und die sich daran schließenden Zeilen der Freunde haben mir eine unendliche Freude bereitet. Mir sind die Thränen in die Augen gekommen, als ich all’ das las. Und ich war einen ganzen Tag lang glücklich, so viel Freundschaft und Treue verdient zu haben. Gern hätte ich Dir, dem lieben Anstifter der Freudengabe, und allen Betheiligten sofort gedankt. Da kam die Bombe in der Kammer und sonst Allerlei und warf mich weit ab von Euch und all’ den frohen Gedanken. |Inzwischen kam auch Dein liebes Bild. Dank, innigen Dank für die Sendung. Ich habe es auf meinem Schreibtisch aufgestellt und tausche mit Dir manch’ einen Blick und versinke in manch’ eine Träumerei während irgend eines politischen Artikels. Es ist eine vorzügliche Aufnahme – wenngleich Du freilich in Wirklichkeit nie so hübsch gewesen. Auch zeige ich Dich Allen, die mich besuchen kommen, und Du hast viel Erfolg. Neulich war Jean Thorel bei mir und sagte: »Je jurerais, que c’est un monsieur, qui écrit des comédies.« Wenn Du jetzt | noch keine Lustspiele schreiben willst. . . . !
Bitte liebster Freund, schreib’ mir ein ausführlicheres Wort über Deine Pläne. Die Idee mit dem süßen Wiener Stück gefällt mir sehr. Das müßte Dir ganz ausnehmend liegen. Und schreib’ vor allen Dingen ein Stück ohne Dich. Was macht dein Roman? Brinsgt Du ihn nirgends an? Sende mir auch, wenn möglich, ein oder zwei Exemplare Anatol zu Progaganda-Zwecken. In Paris bekommt man nämlich nie ein Buch wieder, wenn man es wegborgt. Ich hoffe doch |noch etwas für Dich hier durchzusetzen. Die Übergabe Deiner Novellen an eine Mitarbeiterin der Vie Parisienne habe ich doch nicht in’s Werk setzen wollen. Gewisse Erfahrungen der letzten Zeit haben mich gelehrt, daß möglicher Weise Deine Novelle Aufnahme gefunden hätte, aber nicht unter Deinem Namen, – Du verstehst?
Schreib’ mir auch, was mit Bahr vorgegangen ist? Warum der Austritt aus der »Deutschen Ztg«? Wird das Blatt eingehen?
Fröhliche Feiertage; mein lieber Freund, und nochmals Dank Dir und den Andern und viele treue Grüße an Euch Alle.
Dein Paul Goldm
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar