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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 8. 12. [1893]
Goldmann, Paul
Paris
Empfang: [9. 12. 1893 – 13. 12. 1893?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3163
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.096 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »93« vermerkt
2) mit rotem Buntstift drei Unterstreichungen sowie ein Pfeil, der den ganzen Absatz zu Hofmannsthal markieren soll

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 8. 12. [1893]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02723.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02723«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Freitag, 8. 12. 1893

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Adele Sandrock an Arthur Schnitzler, 8.12.1893

Quelle: Renate Wagner (Hg.): Dilly. Geschichte einer Liebe in Briefen, Bildern und Dokumenten. Wien/München: Amalthea 1975.

Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Adele Sandrock, 8.12.1893

Quelle: Renate Wagner (Hg.): Dilly. Geschichte einer Liebe in Briefen, Bildern und Dokumenten. Wien/München: Amalthea 1975.

Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 8. 12. [1893]

Directeur M. L. Sonnemann. Paris, 8. December.
Journal politique, financier,
commercial et litteraire.
Paraissant trois fois par jour
Bureaux à Paris:

Mein lieber Freund!

Dank für die Kritiken; ich kannte sie größtentheils schon. Drei oder vier verstehen Dich oder geben sich wenigstens ehrliche Mühe, Dich zu verstehen. Der kleine Salonblatt-Mann, der Dir zum Lustspiel räth, ist auch auf der richtigen Fährte. Du brauchtest unbedingt ein paar Monate Pariser Theater; Du würdest die unermüdliche Anstrengung des jungen Stücks sehen, objectiv, kurz, natürlich, lustig zu werden. Das ist der Weg, |der geradeaus in die Zukunft geht. Das ist auch der Weg Deines Talents. Ein Lustspiel, theuerster Freund, – oder ein Schauspiel, aber ohne Herzensergüsse! Könntest Du Dich nur mit meinen Augen sehen – Du würdest keinen Augenblick mehr zögern, und in einem Jahre wäre die Vollendung da, in Production wie Erfolg. Bitte schreib’ mir ein Wort über Deine Pläne.
Bahr – der kränkt Dich so? Er ist frech, größenwahnsinnig, unausstehlich doctrinär. Der Verweis auf seine »Neuen Menschen« ist eine glatte Gemeinheit. Und doch finde ich ihn nicht respectlos; und doch finde ich, daß |er manches Richtige sagt. Vielleicht aber fehlt mir auch das richtige Urtheil; ich bin so außer Zusammenhang mit den Wiener Verhältnissen. Heiter ist nur, wie der Bursch fransische Dinge citirt.»Le grappin«, das Théâtre-Libre-Stück, von dem er spricht, behandelt etwas absolut Anderes als das, was er behauptet. Ein frecher Schwindel, um sich in allen Sätteln moderner fransischer Literatur gerecht zu zeigen.
Granichstaedten hätte ich an Deiner Stelle geohrfeigt. Das ist keine Kritiksondern ein Gassenbubenstreich.
Freut mich, daß Du nicht |verbittert bist. Das gehört sich auch so. Ich meine, Du kannst mit Deinem Debüt sehr zufrieden sein. Man gibt Dir Credit, und das ist enorm für einen Jungen.
Hast Du Loris über Bauernfeld gelesen? Wie aus diesem gottbegnadeten Menschen die entzückenden Dinge herausquellen, so leicht und sprudelnd. Ein Dichter! Derjenige vielleicht, den man seit fünfzig Jahren erwartet!
Grüß’ ihn von mir, denn ich habe keine directe Verbindung mehr mit ihm; grüße auch Richard aus selbigem Grunde; sei selbst herzlichst gegrüßt und schreibe bald!
Dein
Paul Goldmn
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar