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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 6. 2. [1896]
Goldmann, Paul
Paris
Empfang: [11. 2. 1896?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3166
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 7 Seiten, 2.349 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »96« vermerkt
2) mit rotem Buntstift eine Unterstreichung

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 6. 2. [1896]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02767.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02767«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 6. 2. 1896

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 6. 2. [1896]

Fondateur M. L. Sonnemann.
Journal politique, financier,
commercial et littéraire.
Paraissant trois fois par jour.
Bureau à Paris: Paris, 6. Februar.

Mein lieber Freund,

Ich schreibe Dir nicht nach Berlin, weil ich nicht weiß, ob mein Brief Dich noch dort erreicht.
Also nochmals: innigen Glückwünsch! Nun bist Du ganz und gar ein gemachter Mann. Selbst dem skeptischen und kalten Berlin hast Du gefallen. Jetzt wird das Stück durch ganz Deutschland gehen und Du bist heut, in Deinen jungen Jahren, einer der ersten deutschen Bühnendichter. |Das war zwar Alles vorauszusehen; aber es ist doch herrlich, daß man es erlebt. Mach’ Dir keine Sorge über die Zukunft. Dein Talent wird sich immer stärker und schöner entwickeln. Aber ich setze den, wie Du selbst zugeben wirst, etwas unwahrscheinlichen, Fall, daß Du fortan nur mehr lauter Stücke à la Rudolf Lothar zustande bringst, so würde selbst das nichts machen. Du hast bereits ein Werk geschaffen, das |bleiben wird, und selbst wenn Du gar nichts mehr schriebest, hättest Du Deinen Platz in der deutschen Literatur gesichert. Ich meine also, Du kannst ganz ruhig sein und kannst die Zweifel zum Teufel jagen, wenn sie kommen.
Es war sehr lieb von Dir, mir noch kurz vor der Première zu schreiben. Deine Berliner Personal-Eindrücke halte ich nicht für ganz zutreffend. Harden mag ein bestrickender Mensch sein, aber ein »Freier« |ist er nicht, sondern ein Streber ohne Moral und Gewissen. Freilich ein großes Talent. Aber vielleicht muß man ssein? Vielleicht ist es Kraft, wenn man so ist? Die Schwachen, die hinten bleiben, kommen dann mit der Moral, und das ist vielleicht sehr albern.
Ich habe gestern, mit Deiner Depesche in der Hand, einen Schritt beim »Figaro« gethan, den ich mir für den entscheidenden Moment |aufgespart hatte. Da ist es nämlich unendlich schwer, eine Notiz anzubringen, weil die Leute das Bewußtsein ihrer ungeheuren Publicität haben und gewohnt sind, daß man ihnen zahlt. Nichtsdestoweniger ist es mir gelungen, ein paar Zeilen über Dich hineinzubringen, und das hat für die Pariser Aufführungs-Projecte den größten Werth. |Bitte, nimm eine Karte, adressire sie an M. Jules Huret du »Figaro«, Rue Drouot, Paris und schreibe darauf etwas wie: remercie bien vivement M. Huret de la note, qu’il a eu l’amabilité d’insérer au sujet de la représentation de »Liebelei« à Berlin. Anbei erhältst Du den »Figaro« (Theater-Rubrik). Ich bin sehr |stolz auf meinen französischen Styl.
Grüß Dich Gott, mein lieber Freund!
In Treue
Dein
Paul Goldmann.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar