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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 24. 2. [1897]
Goldmann, Paul
Paris
Empfang: [25. 2. 1897 – 1. 3. 1897?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3167
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.941 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift das Jahr »97« vermerkt

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 24. 2. [1897]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02804.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02804«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 24. 2. 1897

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 24. 2. [1897]

Fondateur M. L. Sonnemann.
Journal politique, financier, Paris, 24. Februar.
commercial et littéraire.
Paraissant trois fois par jour.
Bureau à Paris

Mein lieber Freund,

Du schreibst mir wohl umgehend ein kurzes Wort über die Art, wie der Vater  die Sache aufgenommen hat. Hoffentlich bleibts bei der Pariser Reise. Ich habe mich mit dem Gedanken, Dich einige Wochen hier zu haben, bereits so vertraut gemacht, daß es mir recht schmerzlich wäre, darauf zu verzichten. Daß das Mädel sich so brav benimmt, freut mich sehr; übrigens überrascht mich nichts Günstiges, was ich von einer jungen Dame höre, welche zwei Jahre lang Dich geliebt hat und von Dir geliebt worden ist. |Ich wünschte nur, Du wärest aus allen diesen Aufregungen schon heraus.
Ein comfortables und ruhiges Hotel wird natürlich hier rasch gefunden sein. Du brauchst mir nur die ungefähre Preislage mitzutheilen und anzugeben, ob Du im Centrum der Stadt wohnen willst. Jedenfalls möchte ich, daß Du den Hotel-Aufenthalt möglichst abkürzest; die Pariser Hotels sind ungemüthlich, und selbst die comfortablen mangeln des Comforts. Die Art, wie Du wohnen willst, mußt Du Dir aber dann hier selbst aussuchen. Ich werde Dir einige Vorschläge machen, wage aber nicht, für Dich |eine Wohnung aufzunehmen. Die Idee der Pension bei einer gut bürgerlichen Familie ist undurchführbar. Die gut bürgerlichen fransischen Familien geben keine Pension. Die Fremden gehen hier in die Hotels mit Pension, die im Style der englischen boarding-houses sind. Das möchte ich aber auch nicht rathen, wegen des Schlangenfraßes. Das Beste wäre, daß Du sowohl wie Deine Freundin je eine kleine möblirte Wohnung in einer der stillen Seitenstraßen der Champs Élysées nähmet. Essen im Restaurant. Mittag vielleicht zu Haufe. |So seid Ihr ungestört. Die junge Dame wird allerdings sehr allein sein, aber das liegt vielleicht in ihren Wünschen. Preis einer solchen Wohnung: 150 bis 200 Francs monatlich.
Ende März bin ich jedenfalls hier. Es ist noch ganz unbestimmt, ob ich überhaupt fortgehe.
Schreib’ mir bald und sei von Herzen gegrüßt!
Dein treuer
Paul Goldmnn
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar