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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 7. 3. [1898]
Goldmann, Paul
Paris
Empfang: [8. 3. 1898 – 9. 3. 1898?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3168
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.979 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »98« vermerkt
2) mit rotem Buntstift zwei Unterstreichungen

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 7. 3. [1898]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02841.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02841«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 7. 3. 1898

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 7. 3. [1898]

Fondateur M. L. Sonnemann.
Journal politique, financier,
commercial et littéraire.
Paraissant trois fois par jour. Paris, 7. März.
Bureau à Paris

Mein lieber Freund,

Ich schicke Dir Herzls Feuilleton zurück. Es hat mich recht sehr amüsirt: Mißgunst, welche von Unverständniß so glücklich unterstützt wird, daß sie beinahe zum guten Glauben wird! Die »größeren Fragen« sind Dir nicht zugänglich, mein armer Freund! Du lebst und producirst im Kleinen und ahnst nicht, daß es hoch über dem Allen den Zionismus gibt. Wenn Du aber wissen willst, wie man auf dem Theater etwas beweist mit »geschlossenen und wetterfesten Gründen«, so kannst Du |das aus dem »neuen Ghetto« lernen.
Geh’, kümmere Dich nicht um das, was so ein Schafskopf schreibt, und geh’ Du nur ruhig weiter Deinen Weg. Ich sehe aus Deinem lieben Briefe, daß Du wieder arbeitslustig bist und voll von Plänen steckst. Sehr schön! Du kannst Herrn Herzl durch nichts einen größeren Schmerz zufügen, als dadurch, daß Du ein neues gutes Stück schreibst. Ich fürchte, wir werden ihm diesen Schmerz nicht ersparen können.
Mein Schiffs-Platz ist genommen. Ab Genua, 5.  April. Aber die Vertretungs-Frage ist nicht geregelt, und die |Sache kann sich immer noch in letzter Stunde zerschlagen.
Mir ist recht unheimlich. Ich glaube, ich komme nicht lebendig zurück. Das wäre aber noch nicht sschlimm, wie die Furcht vor der neuen journalistischen Aufgabe, der ich wohl kaum gewachsen sein werde: In der Hast einer Reise, in einem feindlichen Klima, unter ganz veränderten Lebens-Verhältnissen Eindrücke von Ländern zu geben,   von denen man auch nicht die leiseste Ahnung hat! Mir graust, und ich fürchte, ich werde sehr enttäuschen. Im Übrigen bin ich sicher caput zu gehen. Ich komme durch tropische |Gegenden, und dicke Leute sterben immer am Fieber.
Weißt Du, was schön wäre? Wenn Du so Ende März nach Italien gingest und so um den 5. April herum auch in Genua wärest! Ich möchte Dich gern noch einmal zum Abschied umarmen!
Schreib’ mir bald noch einmal hierher; denn ich fahre vielleicht schon nächste Woche nach Frankfurt.
Viele treue Grüße!
Dein
Paul Goldmn
Schönen Grüß an Deine Freundin!
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar