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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 10. 3. [1898]
Goldmann, Paul
Paris
Empfang: [11. 3. 1898 – 15. 3. 1898?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3168
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 1.260 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift das Jahr »98« vermerkt

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 10. 3. [1898]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02842.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02842«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 10. 3. 1898

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 10. 3. [1898]

Fondateur M. L. Sonnemann.
Journal politique, financier,
commercial et littéraire.
Paraissant trois fois par jour.
Bureau à Paris Paris, 10. März.
Die Geographie, mein theurer Freund, is niemals Deine starke Seite gewesen. Du weißt wieder einmal nicht, wo Wien liegt. Es gehört eine erstaunliche Unschuld des Gemüthes dazu, um zu behaupten, daß der nächste Weg von Paris nach China über Wien führt. Aber wenn Du nach Genua kämst, so würdest Du damit zeigen, daß Du ein braver Bursch bist. (N. B.: Genua ist eine italienische Hafenstadt).
Und noch eine Bitte. Hast Du in Deiner Umgebung Jemanden, |der mir eine wirksame Empfehlung an Irgendwen in China oder Japan geben könnte? Ich bekomme zwar schon genug Empfehlungen mit, aber eine mehr kann nicht schaden, und vielleicht ist gerade diese die eigentlich nützliche.
Du glaubst, daß Du mich beneidest? Ich glaube, daß Du mich nicht beneiden sollst. Ruhelos und friedlos in der Welt herumirren? Ins Weite gehen statt in die Höhe, um sich vorzulügen, daß man |vorwärts kommt? Ich finde darin nichts Beneidenswerthes. Überdies werde ich mich gräßlich blamiren. Endlich werde ich am Fieber oder an der Pest sterben oder irgendwo an der großen Mauer  ermordet werden.
Bitte, liebster Freund, schreib’ mir nach Frankfurt an die Adresse meiner Mutter (Frau Clementine Goldmann, Rossertstrasse 15). Ich gehe wahrscheinlich schon nächster Tage dahin ab.
Herzlichst
Dein
Paul Goldmnn
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar