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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 16. 5. 1898
Goldmann, Paul
Hong Kong
Empfang: [1. 6. 1898 – 30. 6. 1898?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3168
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 6 Seiten, 1.644 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Beilage Fotografie, DLA, B 1989.Q 0431
Schnitzler mit rotem Buntstift eine Unterstreichung

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 16. 5. 1898. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02845.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02845«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 16. 5. 1898

Aufenthaltsorte
Tagebuch
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Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 16. 5. 1898

img6272-46.jpg
A.B.C.Code.
Telegraphic Address,
»Kremlin
Hong Kong, 16. Mai 1898.

Mein lieber Freund,

Deinen ersten Brief nach Shanghai habe ich schon hier erhalten, und er ist das erste Wort, das ich hier in der Ferne von zu Hause u. von lieben Menschen höre. Herzlichsten Dank dafür, sowie für die beigelegte Empfehlung!
Ich habe in der letzten |Zeit viel merkwürdige Dinge gesehen, namentlich Canton, das einfach aller Beschreibung spottet.
Aber Alles in Allem wünschte ich, ich wäre schon wieder zu Haufe. Das Reisen hier ist mit unsäglichen Strapazen und Entbehrungen verknüpft. Essen u. Wohnen sind schlecht, die Hitze ist unmenschlich, hält auch in der Nacht an, macht infolgedessen das Schlafen unmöglich. Die Deutschen hier sind von einer |Gastfreundschaft, die man zu Hause kaum ahnt; und doch sind es nicht Leute unserer Art, und überhaupt liegt Alles, was uns betrifft u. unser Leben ausmacht, in Europa. Man kann nicht Monate lang allein vom Pittoresken leben. Das ist zu dünne Nahrung. Das Alles hier gesehen zu haben, isschön; aber es zu sehen, erfordert mehr |Selbstüberwindung, Energie u. Entsagung, als man glauben möchte.
Ich sende Dir anbei meine Photographie als Erforscher fremder Welttheile, gemacht vom chinesischen Photographen. Ich hoffe, baldigst wieder von Dir zu hören, (Adresse bleibt: Shanghai, Kais. Deutsches Postamt), wünsche Dir von Herzen Glück auf die Sommer-Reise, | gute Stimmung (warum so ster, liebes Kind? warum Dich so unnütz quälen?) und frohe Erlebnisse, bitte Dich, Deine Freundin recht herzlich zu grüßen, mich den Deinen zu empfehlen u. bin in Treue
Dein
Paul Goldmann
Viele Grüße an Richard und Leo!
verte
|Hörst Du irgend etwas von dem kleinen Mädchen aus Prag? Wirst Du sie diesen Sommer sehen?
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar