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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 24. 8. [1898]
Goldmann, Paul
Yantai
Empfang: [15. 9. 1898 – 30. 10. 1898?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3168
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 7 Seiten, 2.970 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »98« vermerkt
2) mit rotem Buntstift vier Unterstreichungen

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 24. 8. [1898]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02854.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02854«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 24. 8. 1898

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Ergänzungen
Gedruckte Briefwechsel

Otto Brahm an Arthur Schnitzler, 24.8.1898

Quelle: Der Briefwechsel Arthur Schnitzler – Otto Brahm. Vollständige Ausgabe. Hg., eingel. und erl. von Oskar Seidlin. Tübingen: Niemeyer, 1975.

Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 24. 8. [1898]

|Tschifu, 24. August.

Mein lieber Freund,

Hier erhielt ich Deine lieben Briefe vom 28. Juni u. vom 10. Juli. Ich hoffe, daß Deine Reise Dir Erfrischung und Abziehung von Deinen trüben, Deinen so unnöthig trüben Gedanken gebracht hat. Wie gern wäre ich mitgekommen, wie alljährlich! Hoffentlich können wir nächstes Jahr wieder zusammen sein.
Mit wahrer Freude habe ich aus Deinen lieben Briefen gesehen, wie reich das literarische Erträgniß dieses Jahres für Dich sein wird. Wenn Dich Deine Hypochondrie |so arbeitsam macht, so will ich mich recht gern mit ihr abfinden. Dieser Brief erreicht Dich wahrscheinlich schon nach der Première in Berlin, und ich bin überzeugt, daß Du einen neuen schönen Erfolg erringen wirst, zu dem ich Dich im Voraus von ganzem Herzen beglückwünsche. Der Titel des Stückes ist vielversprechend. Aber was steht darin? Sobald Du nur irgend kannst, sendest Du mir ein Exemplar, nicht wahr? Deine Idee, ein Renaissance-Stück zu |schreiben, gefällt mir weniger. Mir kommt vor, als würde Dir das nicht liegen, und seit die Renaissance von den Bahr und Hoffmannsthal zum Dogma erhoben worden ist, issie mir verleidet. Wenn Dich die  alten Zeiten locken, was ich begreife, sschreibe Du ein Alt-Wiener-Stück. Ich meine, Du könntest da etwas Entzückendes machen. Folge mir und lasse Dich von den Zünftlern nicht aus Deinem Leben und Deiner Wärme ins »Literarische« hineinlocken!
|Wann ich zurück komme? Ich habe keine Ahnung. Wenn ich im selben Tempo fortarbeite, kann der nächste Sommer herankommen. Denn ich arbeite qualvoll schwer, da ich es so gern vermeiden möchte, Banalitäten zu sagen, und sitze über einem Feuilleton manchmal 14 Tage. Freilich beginne ich die Geschichte satt zu bekommen, – die ewige Feuilleton-Schmiererei ebenso wie den Misthaufen China; und da auch meine Familie auf Abkürzung meiner Reise |dringt, so könnte es geschehen, daß ich nach Peking einfach kurz abbreche und heimkehre, ohne Japan gesehen zu haben. Das wäre ein schweres Opfer, aber es ist nicht unmöglich, daß ich es bringen muß. In diesem Falle wäre ich etwa im Februar wieder in Europa. Jedenfalls bitte ich Dich, mir nur noch bis Ende Oktober nach Shanghai zu schreiben. Was bis zum 20. Oktober von Wien abgeht, erreicht mich sicher noch in China. |Von da ab bitte ich Dich, alle Deine lieben Briefe meiner Mutter zu senden (Frankfurt am Main, Rossertstrasse 15), welche immer meine Adresse kennen und mir Alles nachsenden wird.
Willst Du glauben, daß Richard mir mit keiner Sylbe seine Verheirathung angezeigt hat? Es gibt Fälle, wo man schreiben muß, selbst wenn man niemals schreibt. Und mich kränkt |besonders der Gedanke, daß er weder Dich noch den jungen Herrn von Hoffmannsthal in dieser Weise vernachlässigt haben würde. Avec moi, on en prend à son aise!
Das ist aber nur zwischen Dir und mir gesagt, und Du sollst ihm, wie Leo die herzlichsten Grüße von mir übermitteln.
Auch Dir, mein lieber Freund, herzlichste und treueste Grüße!
Dein
Paul Goldmann
Viele Grüße an Deine Freundin!
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar