|Frankfurter Zeitung Frankfurt a. M., 29. April 1899.
und
Handelsblatt.
Telegramm-Adresse:
Mein lieber Freund,
Dank für Deine Karte, die mich sehr beruhigt hat. Ich bin recht froh, Dich in Berlin zu wissen. Mein Brief erreicht Dich
jedenfalls am Morgen nach einem neuen großen Erfolge und soll Dir auch gleich meinen
Glückwunsch bringen.
Nochmals, bitte: komm’ nach Frankfurt! Die Dreyfus-Enquête geht diese Woche zu Ende. Nächste Woche werde ich sicherlich mehr Zeit haben.
Wenn Du da bist, kann ich mich jeden Nachmittag von 5 Uhr ab freimachen.
Du brauchst Dich doch wirklich nicht so zu eilen, nach Wien zurückzukommen. Je länger Du fortbleibst, umso besser ist es. Und vor
ein |paar Stunden Eisenbahnfahrt mehr wirst Du Dich
doch gewiß nicht fürchten.
Was mich anlangt, so dringe ich deshalb so sehr darauf, Dich jetzt zu sehen, weil ich
keine Ahnung habe, ob ich in diesem Jahre überhaupt Urlaub
bekomme. Die Redaktion hat eine
Reihe von Reisemissionen für mich in Aussicht, und es ist nicht unmöglich, daß sie
den ganzen Sommer und Herbst füllen. Laß’ Dich erbitten und komm’ her! Wenn ich nicht
Zeit habe, wirst Du bei meinem Schwager, meiner Schwester, meinem Onkel sein. Allein werden wir Dich schon nicht lassen. Auch sonst wirst du
hier Den und Jenen kennen lernen, der Dich interessiren wird. Bitte, bitte, komm’ hierher!
Viele treue Grüße!
Dein Paul Goldmann.
Dein Paul Goldmann.
- 1 Für die Redaktion bestimmte Briefe und Sendungen wolle man nicht an die Person eines Redakteurs, sondern stets an die Redaktion der Frankfurter Zeitung adressiren.
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