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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 27. 5. [1900]
Goldmann, Paul
Berlin
Empfang: [28. 5. 1900 – 29. 5. 1900?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3170
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.915 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »900« vermerkt
2) mit rotem Buntstift sechs Unterstreichungen

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 27. 5. [1900]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02916.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02916«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Sonntag, 27. 5. 1900

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Mikroverfilmung des Nachlasses

Mappe A152

Datierte Handschrift von Leutnant Gustl

Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 27. 5. [1900]

Mein lieber Freund,
Du bist wieder einmal ganz verstummt. Von Woche zu Woche warte ich auf eine Nachricht, aber vergebens.
Wann also wirst Du anfangen zu reisen? Und wohin? Interessant wäre es auch, die Frage zu stellen: mit wem? Aber ich stelle sie lieber nicht.
Rudolf Lothar hat sich hier hübsch benommen. Er hat sich einen in Berlin lebenden Wiener Journalisten engagirt, der von Berliner Redaktionen wegen »Inkorrektheiten« entlassen worden ist, und hat von diesem am Abend seiner Première ein gefälschtes Telegramm an alle Wiener Blätter senden lassen. Für die N. Fr. Pr. hat Landau vom Börsencourier |telegraphirt, der bekanntlich die Spezialität hat, Alles zu loben. Aber selbst dessen Telegramm genügte noch nicht, und so hat man in der Redaktion diese Fälschung durch Einfügung einiger lobender Sätze noch weiter gefälscht. Dem Fritz Mauthner hat sich Lothar seit dem Tage seiner Ankunft an die Rockschöße gehangen, er hat ihn umwedelt und umschmeichelt. Die Folge davon war, daß Mauthner in seinem Feuilleton vom »Dichter Lothar« sprach. Damit ist Mauthner als Kritiker allerdings für mich gerichtet.
Als Karlweiss’ »Onkel Toni« hier aufgeführt wurde, telegraphirte ich |ganz sanft: Die vortreffliche Aufführung habe über die schwachen Stellen des Stückes hinweggeholfen. Der Satz wurde gestrichen. Ein Stück von Karlweiss darf nicht einmal schwache Stellen haben!
Der »Star« von Bahr hat mir hingegen gefallen. Dieser widerliche Bursch hat doch – leider! – Humor und Talent.
Bitte, lies’, wenn Du es noch nicht kennst, »Die Familie von Barchwitz« von Hans von Kahlenberg. Seit Langem hat mich kein Roman so interessirt. Verfasserin ist ein nicht mehr |ganz junges, aber noch recht hübsches Mädchen, ein Fräulein von Montbart, Offiziers-Tochter.
Was macht Richard?
Bitte, schreib’ mir bald!
Viele treue Grüße!
Dein
Paul Goldmann
Auch Ludassy benimmt sich abscheulich hier und macht sich aus dem Verbot seines schlechten Stückes eine unerträgliche Reklame.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar