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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 29. 5. [1900]
Goldmann, Paul
Berlin
Empfang: [1. 6. 1900?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3170
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.862 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »900« vermerkt
2) mit rotem Buntstift drei Unterstreichungen

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 29. 5. [1900]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02917.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02917«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 29. 5. 1900

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 29. 5. [1900]

Mein lieber Freund,

Unsere Briefe haben sich wieder einmal gekreuzt. Es isschön, daß Du in den Bergen bist, in guter Luft und in Ruhe. Wie der Ort am Fuße des Schneebergs heißt, habe ich nicht enziffern können. Über Schlenther ärgere Dich nicht. Aufführen muß er Dich ja doch, ob er will oder nicht. Im Übrigen ist er ein erbärmlicher Kerl und wird nicht mehr lange das Burgtheater dirigiren. Daß Brahm Dich bisher nicht aufgeführt hat, ist begreiflich. Er ist ein Geschäftsmann und will zuersseine neuen Stücke bringen, die bessere |Einnahmen versprechen, als die schon bekannten.
Ich habe jetzt wieder eine Zeit relativer Ruhe, könnte für mich arbeiten, zermartere mir den Kopf und bringe nicht einen Gedanken heraus. Das verstimmt mich tief. Ich bin eben offenbar doch nur ein Journalist und habe kein Recht zu höheren Prätentionen.
Der Leiter der Breslauer Freien Literarischen Vereinigung, Dr. Erich Freund, der, wie Du weißt, ein Jugendfreund von mir ist, weilt gegenwärtig in Berlin und hat mich gebeten, Dich |zu fragen, ob Du nicht in diesem Winter einmal in Breslau lesen möchtest? Die Leute haben ein sehr vornehmes Vortrags-Programm, zahlen von 150 MK aufwärts und wären sehr glücklich, Dich einmal zu haben.
Sommerpläne? Wie ich Dir schon geschrieben habe: Ich wüßte mir natürlich nichts Besseres, als mit Dir und Richard zusammen zu sein, aber ich werde kein Geld haben. Meine Haushalt-Ausgaben laufen fort, ob ich hier bin oder nicht, meine Mutter muß aufs Land, endlich muß ich, wenn ich hier |weggehe, mir einen Vertreter zahlen. Es issehr lieb von Dir, daß Du mir etwas borgen willst. Aber ich sehe keine Möglichkeit, wie ich Dir das wiedergeben soll, und überdies schulde ich Dir noch 100 Kronen von Kopenhagen her. Wenn also bis zum August nicht ein Wunder geschieht, werde ich in Berlin bleiben müssen.
Schreib’ mir bald und sei von Herzen gegrüßt!
Dein treuer
Paul Goldmann.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar