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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 2. 4. 1906
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [3. 4. 1906 – 6. 4. 1906?]
Salten, Felix
Berlin
Textzeuge 1
Signatur A, Wien, Wienbibliothek im Rathaus, ZPH 1681, 2.1.516
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 8 Seiten, 3.570 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand Nummerierung der Doppelseiten des Konvoluts: »20«–»23«

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Felix Salten, 2. 4. 1906. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03003.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03003«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 2. 4. 1906

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Arthur Schnitzler an Felix Salten, 2. 4. 1906

|Dr. Arthur Schnitzler 2. April 906
lieber, vor einigen Wochen schrieb mir Liesl, dass ihr ein Bekannter, namens Engel, eine ermäßigte Seereise verschaffen werde; dassie sich nun in dieser Sache an Sie zu wenden scheint (wie mir Ihr letzter Brief andeutet) ist mir, wie Sie sich denken können, so wenig recht als möglich. – Meinen begeisterten Brief an Trebitschnnen Sie sich ja ungefähr vorstellen. Er schrieb mir gleich nach Erscheinen jenes Artikels in der Schb. ich solle ihn »beruhigen«. Ich hab |ihn beruhigt. Im übrigen hat die Bühnenvertriebssache schon ihre Bedeutung. Nur mussie in Zusammenhang mit den andern Fragen behandelt werden, die sich auf das Verhältnis des Autors zu seiner geschäftl. Umwelt beziehen. Einige dieser Fragen hab ich in einem Brief an Jacobsohn kurz formulirt. –
Nun unsre Radreise »oder so«. Wenn Sie irgendwas deutsches, Thüringer Harz etc vorziehen, so möchte ich diese Reise mehr gegen den Sommer verschieben, etwa gegen Mitte Juli, um dann gleich das Seebad an|schließen zu können. Ziehen Sie Tirol ev. Salzkammergut, (bayrisches Hochgebirge?) vor, sschlage ich erste Hälfte Juni vor. Geht Ihre Frau mit, so käme die meine auch, und wir würden dann mehr eine Radialradpartie machen, d. h. allerlei Fahrten, mit festem Stützpunkt. – Kommt Otti nicht, ssoll es eine Längspartie werden, »wie einst im Mai«, (wenn Sie uns jetzt als Julier, resp. Augustiner (Sie Anfang Julier und ich Endaugustiner ansprechen.). Gar zu weite Bahnreise (Genf, Lugano) möcht ich gern vermeiden, |aus 17 Gründen. – Von meiner daenischen Idee, lieber, werd ich schwer abzubringen sein. Hingegen habe ich folgendes zu bemerken. Wenn Sie auf einige Wochen an die See gehn, kann Ihnen doch auch die um ein paar Stunden verlängerte Reise nicht ankommen. Kommen Sie aber immer nur auf 24 Stunden ans Ufer, so hab ich ohnedies sehr wenig, resp. zu wenig von Ihnen. Alles, was ich von deutschen Seebädern höre, nimmt mich dagegen ein; die bekannten |sind in Hinsicht auf Publikum etc berüchtigt, die unbekannten sollen was Comfort etc anbelangt übel aussehen. Wälder gibts nur auf Rügen. Daenemark kenn ich. Seit ich dort gewesen bin, sehn ich mich zurück. Die Menschen dort (die man ja nicht kennt), der Himmel, die Wälder, allerlei undefinirbares ist in der Erinnerung für mich von einem wahren Zauber umgeben. Auch denk ich lebhaft an einen Abstecher nach Schweden, ev Norwegen. Wir wollen auf 2, 3 |Tage nach Kopenhagen, von dort aus inspizire ich die Seeseite nach geeignetem Aufenthalt. –
Schönen Dank für die noch schönern Feuilletons, Rußland und Lampe betreffend. Sie haben sich halt immer. Wenn Sie mit sich selber raufen, bleiben Sie doch auf immer der Gewinner. Ich komm zu oft gegen mich nicht auf. – Immerhin, ich arbeite jetzt. Sie sind schon alle wieder da, die Gestältchen und Gestalten, – aber mit meiner Macht über sie siehts noch ziemlich |flau aus. – Komisch, ja sogar ein wenig traurig waren manche Kritiken über den Wurstelspass. Es wurde mir so anerkennend vermerkt, dass mir endgiltig mies vor mir geworden zu sein scheint. Ja, »Nordpolfahrer müste man sein« sagt Weihgast, mit dem mich sonst nur geringe Sympathie verbindet. – Kerr hab ich eigentlich, innerlich, (das innerlich bezieht sich auf ihn), charmant gefunden. . .  Wissen Sie um wen es mir eigentlich am leidesten thut? Um die gute |Katharina, die als Ophelia (ja wär ich Julius Bauer ssagt ich: als Pophelia) behandelt wird, – weil Frl Hofmann im letzten Akt Blumen im Haar hatte. Als absichtlich von mir aus Hamlet herausgestohlene Ophelia. Einer wie der andre. –
Neulich im Colosseum; mit Wassermanns u. Kaufmann. Zwei Clowns als Nachtigallen den Unvergeßlichkeiten anzureihn.
Grüß Sie Gott. Herzlichst Ihr
A.
    Bildrechte © Wienbibliothek im Rathaus, Wien