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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 21. 8. [1905?]
Goldmann, Paul
Sankt Moritz-Bad
Empfang: [22. 8. 1905 – 26. 8. 1905?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3171
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.679 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »901« vermerkt
2) mit rotem Buntstift eine Unterstreichung

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 21. 8. [1905?]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03080.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03080«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 21. 8. 1905

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 21. 8. [1905?]

Hôtel de Ier Ordre
nouvellement construit avec tous les conforts modernes
120 chambres
situation splendide
ascenseur et lumière electrique
restaurant a la carte et arrangements pour familles
Louis Cima, Propr.
St. Moritz-Bad, le 21. August.

Mein lieber Freund,

Ich komme erst heut dazu, Dir und Deiner Frau für die Freundschaft zu danken, mit der Ihr in Wien mich aufgenommen habt.
Die erste Hälfte meines Urlaubs habe ich leider sehr unzweckmäßig verbracht. Der Aufenthalt in Ischl hat mir gar keine Erholung gewährt, und ich bedaure |es sehr, daß ich nicht die Energie gefunden habe, mich früher von dort loszureißen, obwohl doch eigentlich nichts mich hielt. Seit vorigem Donnerstag bin ich hier, und jetzt erst beginne ich, mich zu kräftigen und zu erfrischen. Du kennst ja den Ort von unserem gemeinsamen Aufenthalt her, an den mich hier Manches erinnert, aber in seiner ganzen Herrlichkeit entfaltet sich das Engadin doch erst bei längerem Aufenthalt. Mein Entschluß ist gefaßt: Ich werde fortan jeden Urlaub im Engadin verbringen. Nirgends wieder gibt es eine |solche Luft, das Athmen allein ist ein Vergnügen, und für abgearbeitete Menschen ist hier und hier allein die rechte Erholung. Obwohl Du ja nicht abgearbeitet bist, rate ich Dir auch dringend, nächsten Sommer hier einen längeren Aufenthalt zu nehmen. Da die Bahn jetzt bis St. Moritz fährt, kommt man bequem hin (von Innsbruck in 10 Stunden).
Das Buch von Tschechow hat mich nicht begeistert. Es enthält manches Feine, im Übrigen habe ich es vor allen Dingen quälend gefunden, und Quälen ist nicht Dichten. |Meine Ansicht, daß Tschechow ein feines Talent ist, aber zu den bedeutenden und eigenartigen Persönlichkeiten der russischen Literatur nicht gehört, hat durch dieses Buch eine Bestärkung erfahren.
Auf der Rückreise komme ich nicht über Wien, ich hoffe aber, Dich im Winter in Berlin wiederzusehen.
Mit vielen herzlichen Grüßen an Deine Frau und Dich bin ich
Dein getreuer
Paul Goldmann.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar