Ich habe fürchterlich viel zu thun u. komme erst heut
dazu, Dir vielmals für den Ausschnitt aus dem N. W. T. und Deinen lieben Brief zu danken.
Die guten Nachrichten von Olga und Deinem Sohne haben
mich sehr erfreut. Grüße sie alle Beide recht herzlich. Wie denkt Heinrich Schnitzler über Gerhart Hauptmann?
Mit Brahm wirst Du wohl |inzwischen einig geworden sein. Er hat sich in der letzten Censur-Affaire
recht männlich und sympathisch benommen.
Sudermann mischt in seinen Artikel Wahres mit Albernem. Was er über den Gebrauch des Wortes
»unliterarisch« sagte, war sehr richtig. Auch die
gaminerie unseres
Freundes Kerr, die er in seinem letzten Feuilleton anführt, war recht garstig. Vieles aber ließe sich leicht
widerlegen.
Gestern Nachmittag kam ich endlich dazu, Liesl in ihrem Boudoir zu besuchen. Sie wohnt recht
ärmlich, das arme Ding, – aber sie ist sehr vergnügt und spielt sogar schon größere
Rollen.
Ich bin wieder einmal durch Verschiedenes (Schlaflosigkeit, nervöse Störungen) sehr
|niedergedrückt. Daher für heut nur diese wenigen Zeilen.
Laß’ bald von Dir hören und sei vielmals und herzlichst gegrüßt von
Deinem
Paul Goldm
Deinem
Paul Goldm
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