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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 9. 3. 1925
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [10. 3. 1925 – 14. 3. 1925?]
Goldmann, Paul
Berlin
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.1985.1.857
Typ Brief
Beschreibung Durchschlag, 1 Blatt, 2 Seiten, 2.169 Zeichen
Herstellung Schreibmaschine
Handschrift Arthur Schnitzler roter Buntstift, deutsche Kurrentschrift (» Goldmann «, am zweiten Blatt die Datumsangabe »9/3  25 « wiederholt, eine Unterstreichung)
Handschrift roter Buntstift, lateinische Kurrentschrift (Vermerk »K opie «)
Veröffentlichung 1
Arthur Schnitzler: Briefe 1913–1931. Herausgegeben von Peter Michael Braunwarth, Richard Miklin, Susanne Pertlik, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1984, S. 395–397.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Paul Goldmann, 9. 3. 1925. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03519.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03519«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 9. 3. 1925

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Paul Goldmann, 9. 3. 1925

Quelle: Arthur Schnitzler: Briefe 1913–1931. Hrsg. v. Peter Michael Braunwarth, Richard Miklin, Susanne Pertlik und Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1984. (PDF unter: https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/)

Traumtagebuch

Traum vom 9. März 1925

Quelle: Arthur Schnitzler: Träume. Das Traumtagebuch 1875–1931. Herausgegeben von Peter Michael Braunwarth und Leo A. Lensing. Göttingen: Wallstein 2012 (Bibliothek Janowitz, Bd. 20)

Kempny Tagebuch

Hedy Kempny, Tagebucheintrag vom 9. März 1925

Quelle: Hedy Kempny und Arthur Schnitzler: Das Mädchen mit den dreizehn Seelen. Eine Korrespondenz ergänzt durch Blätter aus Hedy Kempnys Tagebuch sowie durch eine Auswahl ihrer Erzählungen. Hg. v. Heinz P. Adamek. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1984. (Neue Frau)

Kalliope Verbundkatalog

Schnitzler, Arthur an Goldmann, Paul [Briefe]

2 Bl.Durchschl. Mit 1 weit. Ex. 2 Bl.Durchschl.

Weiteres

Arthur Schnitzler an Paul Goldmann, 9. 3. 1925

|Wien, 9. 3. 1925.

Mein lieber Freund.

Mir ist, als hättest Du den eigentlichen Sinn und Zweck meines Glückwunschschreibens missverstanden. Es war a priori nicht anzunehmen, dass wir, Du und ich, über uns selbst und über einander als Sechzigjährige wesentlich anders denken sollten, als wir vor 10 oder 15 Jahren gedacht haben; – und es ist möglich, dass meine Ansicht über die Art und das Ausmass Deiner Begabung so wenig zutrifft, als das Deine über mich und meine Werke.
Jedesfalls liegt die Entscheidung darüber nicht bei uns Beiden und es liegt mir ferne heute über diese Fragen eine Diskussion zu eröffnen, die doch aller Voraussicht nach nicht zu einer Einigung führen dürfte.
Ob Dir eine Arbeit von mir mehr oder weniger gelungen scheint; – ob ich Deinen menschlichen Wert und Deine schriftstellerische Bedeutung darin ausgedrückt finde, was man gemeiniglich poetisches Talent nennt, oder in andern an sich nicht minder hochzuschätzenden Elementen Deines Wesens und Deiner Begabung, – das kommt für meine Empfindung im gegenwärtigen Moment unseres Lebens nicht mehr in Betracht.
Was ich in meinem Brief sagen oder wenigstens anzudeuten versuchte, – das ist: dass über unseren Meinungen und Urteilen, mögen sie nun irrtümlich sein oder nicht, zwischen Dir und mir eine Beziehung bestand und für mein Gefühl noch immer besteht, die in einer seelischen und geistigen Gemeinsamkeit unserer Jugendjahr wurzelt – und somit als »Idee« unzerstörbar ist, mag sie auch |für die äussere Gestaltung unseres Verhältnisses zu meinem Bedauern keine genügende aufbauende Kraft mehr besitzen.
Trotzdem (oder deswegen) könnte auch ich mich versucht fühlen ein Wort aus einem meiner Stücke zu zitieren, wie Du es getan – Hofreiter spricht es im »Weiten Land« aus, dass es nämlich überhaupt nur ewige Liebe und ewige Freundschaft gebe (auch wenn die Freunde durch die Macht der Umstände gedrungen sein sollten sich gegenseitig totzuschiessen (ich zitiere ungenau)); – und so musst Du es Dir schon gefallen lassen, dass ich mich auch weiterhin mit neuerlichen Glückwünschen und Grüssen Deinen Freund nenne, wie in fernen Jugendtagen – (ohne mörderische und ohne sentimentale Consequenzen)
Herzlichst Dein
A.S.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar