Wien,
Verehrter lieber Herr Doktor, empfangen Sie meinen innigsten Dank
für Ihre guten Worte. Mir ist’s mit allem nur um die Zustimmung der Besten zu tun und
gestern hat mich bei der Aufführung nichts so
beglückt, als ein spontanes Telegramm Gerhardt Hauptmanns. Sie wissen ja, wie ich
das Klaffende des Stückes
selber fühlte, aber ich durfte die Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, ein mal
an
solcher Stelle zu erscheinen und ich habe – |das fühle ich – viel an den Erfahrungen
und selbst der Kritik gelernt. Erhalten Sie mir, verehrter Herr Doktor, Ihre gute
Gesinnung: sie ist mir wertvoller, als Sie vielleicht vermuten, und gibt, so
freundlich sie auch nur sein mag, nur unvollkommen die Stärke des Gefühls zurück,
das
ich Ihnen von je – und Jahr um Jahr verstärkt – freudig entgegenbringe. In Verehrung
getreut Ihr
Stefan Zweig
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