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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 12. 10. 1917
Zweig, Stefan
Wien
Empfang: [13. 10. 1917 – 17. 10. 1917?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 118
Typ Briefkarte
Beschreibung 1.183 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift »Zweig«
2) mit rotem Buntstift eine Unterstreichung
Veröffentlichung 1
Stefan Zweig: Briefwechsel mit Hermann Bahr, Sigmund Freud, Rainer Maria Rilke und Arthur Schnitzler. Herausgegeben von Jeffrey B. Berlin, Hans-Ulrich Lindken, Donald A. Prater. Frankfurt am Main: S. Fischer 1987, S. 409.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Stefan Zweig an Arthur Schnitzler, 12. 10. 1917. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03681.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03681«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Freitag, 12. 10. 1917

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Schnitzler – S. Fischer
Weiteres

Stefan Zweig an Arthur Schnitzler, 12. 10. 1917

|12. October 1917
Lieber verehrter Herr Doktor, ich danke Ihnen sehr für Ihre guten Worte; dass dieses Werk, eigentlich aus Zorn und Qual geboren, mir nun Liebe gerade der Besten gewinnt, bezeugt mir die Notwendigkeit dieser Erbitterung, die ich lange selbst wie eine sinnlose Verstörung empfand. Vielleicht hat die Verwandlung die Leidenschaft gelöst und damit auch das Leiden erlöst: ich fühle mich jetzt freier, so sehr ich äusserlich noch gebunden bin.
|Es wäre nur ein menschliches Bedürfnis, Sie und Ihre verehrte Frau Gemahlin wieder einmal sehen zu dürfen. Aber ich lebe ganz im Ungewissen. Vor 6 Wochen hat das Auswärtige Amt für mich um einen Urlaub nach der Schweiz gebeten, wo ich einige Vorträge halten soll. Das Kriegsministerium, das jeden Filmschapsel und Operettengaukler willig entliess, hat in sechs Wochen nicht geruht, darauf Antwort zu geben, der Vortrag wartet auf mich und ich weiss nicht, ob ich darf oder nicht. Freilich: ich rühre nicht einen Finger, weil es mir zu kläglich scheint, nach drei Jahren Dienst um so einen Atemzug Freiheit noch bittlich zu werden: aber ich hänge jetzt in der Luft und weiss nicht von heute auf morgen.
Herzlich ergeben Ihr getreuer Stefan Zweig
    Bildrechte © University Library, Cambridge