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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 3. 12. 1914
Zweig, Stefan
Wien
Empfang: [3. 12. 1914 – 5. 12. 1914?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 118
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 2 Seiten, 2.232 Zeichen
Herstellung Schreibmaschine
Handschrift blaue Tinte, lateinische Kurrentschrift (Korrekturen, Unterschrift und Postskriptum)
Zufügungen
Schnitzler 1) mit rotem Buntstift drei Unterstreichungen
2) mit Bleistift beschriftet: »Zweig«
Veröffentlichung 1
Stefan Zweig: Briefwechsel mit Hermann Bahr, Sigmund Freud, Rainer Maria Rilke und Arthur Schnitzler. Herausgegeben von Jeffrey B. Berlin, Hans-Ulrich Lindken, Donald A. Prater. Frankfurt am Main: S. Fischer 1987, S. 386–388.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Stefan Zweig an Arthur Schnitzler, 3. 12. 1914. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03683.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03683«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 3. 12. 1914

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Weiteres

Stefan Zweig an Arthur Schnitzler, 3. 12. 1914

Wien, 3. Dezember 14

Sehr verehrter lieber Herr Doktor1

Ich danke Ihnen viele Male für Ihren lieben Brief und das schöne Dokument Ihrer gerechten Gesinnung. Ich glaube, dass auch ein so gelegentliches Wort nur durch den Geist und die Güte, die es bezeugt, in diesen Tagen zum Manifest wird und zweifle nicht, dass es überall (ausser bei jenen Menschen, mit denen eine innere Verständigung über alles für uns unmöglich ist) die vorteilhafteste Wirkung im Gefolge haben muss. Ich habe es Romain Rolland gesandt und ihn gebeten, die Uebersetzung ins Französische womöglich selbst vorzunehmen, damit auch nicht ein Wort in seiner Bedeutung oder bloss in seinem Tonfall durch schlechte Nachbildung verändert werde. Ich bin sicher, dass er sich eine Freude daraus machen wird, Ihnen und vor allem der uns gemeinsamen Sache der gegenseitigen Aufklärung dienlich zu sein. In wenigen Tagen werde ich mehr darüber wissen.
Eine Veröffentlichung in Wien wäre vielleicht vorteilhafter, sobald der Abdruck in der Schweiz erfolgt ist und der Regierungsrat v. Winternitz würde sicherlich gerne die offizielle Verlautbarung übernehmen. Seine Privatadresse ist VIII. Kochgasse 29. Ich hoffe aber, ihn schon in diesen Tagen sprechen und mich seiner zweifellosen Zustimmung versichern zu können.
Ich wäre sehr glücklich, wenn ich Sie, verehrter Herr Doktor bald sehen oder wenigstens Ihre Stimme durch das Telephon hören dürfte. Ich bin jetzt |immer zwischen 4 und 5 Uhr zuhause, vorher hält mich der kriegerische Dienst, nachher verlockt mich jetzt oft und öfter die Musik. Aber ich will gern jede Stunde des Nachmittags von 4 Uhr, die Sie mir erlauben wollen, dazu wahrnehmen, um in das Cottage hinauszukommen oder wohin immer es Ihnen gutdünkt und Sie dann nicht nur Nachts im Traum, ohne Ihre Erlaubnis, sondern am lichten Tag, mit Ihrer freundlichen Verstattung heimzusuchen
Ich beschäftige mich auch damit, für Ihre Frau Gemahlin ein paar schöne Lieder für jenen Liliencron-Abend zusammenzustellen, dessen Gelingen mich schon um des denkbaren Arbeiterpublikums willen so sehr freuen würde. Bishin vielen Dank und die herzlichsten Grüsse von
Ihrem immer getreuen
[handschriftlich:] Stefan Zweig
Verzeihen Sie die Schreibmaschine! Ich schreibe den ganzen Vormittag im Amt und gebe dann meinern Fingern Rast!
    Bildrechte © University Library, Cambridge