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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 25. 7. [1911]
Zuckerkandl, Berta
Axenstein
Empfang: [1. 8. 1911?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 200
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 8 Seiten, 2.043 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift (Nummerierung des zweiten Bogens: »II.«)
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift Vermerk: »Zuckerkandl«

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Berta Zuckerkandl an Arthur Schnitzler, 25. 7. [1911]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L04009.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L04009«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 25. 7. 1911

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Berta Zuckerkandl an Arthur Schnitzler, 25. 7. [1911]

|Park Hotel Axenstein
Axenstein, 25ter Juli

Sehr verehrter Herr Doktor!

Als ich von Paris gegen 8ten Juli wegfuhr stand die Medardus-Angelegenheit so gut – dass ich schon an Sieg glaubte – und Ihnen ein Telegram senden wollte. Es war besser ich |tat es nicht – denn so ist Ihnen wenigstens die Enttäuschung erspart worden – welche mir zu Teil wurde. Denn gestern erhielt ich den Bescheid des Direktor Herz hieher, dass er trotzdem sie entusiasmés de la pièce wären, diese nach reiflicher Erwägung |nicht zur Aufführung bringen könnten. Und zwar weil Istns Für diese Saison 1911–12 die Porte St. Martin kontraktlich bereits abgeschlossen habe: Ein Lustspiel von Flers u Caillavet; zwei Stücke von Bataille. Lauter Lustspiele die leicht zu montieren |sind, gar nichts kosten. Der Eschek des Chantekler hat Herz u Coquelin abgeschreckt – das grosse Schauspiel zu pflegen, u sie suchen ihr Théater auf eine kleinere Basis zu stellen. Infolge dessen wurde ein grosser Teil des Personals als überflüssig entlassen. Sie müssten für den |Medardus (der jeden Falls erst Oktober 1912 hätte drankommen können) Alles wieder anders einrichten. Trotzdem liessen mich die Direktoren auf diesen Bescheid wochenlang warten. Weil wie mir Albert Clemen|ceau noch am Tag vor meiner Abreise sagte – die grösste Lust besteht Medardus zu bringen. In der Auvergne wo beide Direktoren ihr Ferien zubringen, scheint nun leider doch der mir mitgeteilte Entschluss gereift zu sein.
|Es ist mir so leid Ihnen die Mühe des Scenario verursacht zu haben. Vielleicht ist dieselbe aber nicht ganz verloren. Dr Frischauer schreibt mir eben – ich möge meine Herz gelieferte Übersetzung desselben zurückverlangen – da eine andere Kombination in Paris möglich ist. Wenn Sie also Geduld |haben wollen – so könnten wir abwarten.
Wegen des weiten Landes dencke ich an Gémier. Ich werde wol im Spätherbst wieder in Paris sein – & bin bereits (ohne das er weiss weshalb) in Relation mit ihm. Dafür muss ich nun aber noch Ihre besondere Autorisation haben –. Ende September also in Wien. Bitte verzeihen Sie – |dass es nicht gelang –. Ihrer Frau Gemahlin u Ihnen herzlichste Grüsse.
Ihre ergebene B. Zuckerkandl
    Bildrechte © University Library, Cambridge