|Freitag. 84 Rue de Longchamp
Verehrter Herr Doktor!
Gestern Donnerstag ist Ihr Scenario gekommen. Wofür ich herzlichst danke. Es ist ausgezeichnet
gemacht – u ich beginne heute mit der Übersetzung.
Für meine Unterre|dung mit den Direktoren
Herz und Coquelin kam es zu spät. Wieder alles Erwarten – da doch in
Paris Alles so lange dauert – erhielt ich am
Mittwoch Früh von der Porte St.
Martin die Verständigung dass die Direktoren mich bitten
Mittwoch Nachmittag sie |zu besuchen.
Ich hatte zum Glück zur Vorsicht – einen langen Auszug aus dem Medardus auf der Reise französisch geschrieben. Rasch diktirte ich dies in einem
Schreib-Maschin-Bureau ab – und um 5 Uhr war ich bei Herz & Coquelin – begleitet von Dr |Frischauer. Herz ist ein Homme d’affaire pur –
der literarisch nicht viel weiss. Coquelin
dagegen wusste Manches vom Medardus. Ich wurde
gebeten meine Inhalts-Angabe dort zu lassen. Aber ich gab mündlich eine Schilderung
die wie mir Dr Frischauer dann sagte – riesig inter|ressirte. Besonders die Pretendenten-Geschichte finden die Herrn für Paris höchst erwünscht. Meine Unterredung hatte
wie es sich zeigte so rasch stattfinden müssen, weil Herz & Coquelin heute |verreisen. Sie baten mich das von Ihnen
zu sendende Scenarium
möglichst rasch zu übersetzen – & an eine mir angegebene
Adresse zu senden. Dann erst werden wir etwas wissen. Es ist möglich dass ich im
August von |der Schweiz wieder zu den Herrn kommen muss.
Jedenfalls war die Anknüpfung günstig. Mehr kann ich nicht sagen.
Einige Détails noch
morgen oder übermorgen – da ich heute rasch
schliessen muss.
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