lieber Gu
stav, machen Sie aus den 2–3
Ischler Tagen 10–24,
so will ich mich zufrieden geben – obwohl Ihr Mistrauen
gegen die Fußpartie ziemlich ungerechtfertigt i
st. Wir wollen wirklich zu Fuß gehen,
die Partie i
st bereits zusa
mmen ge
stellt,
und,
soweit
sich etwas voraus
sagen läßt, fangen wir (
Richard,
Wasserm, ich –)
Samstg früh zu
schreiten
an. Sehr mäßige Tageslei
stungen; die Nachmittge i
mmer frei, bei
Trient ko
mmen wir heraus
. Da
nn über
Bozen zurück, von
Bozen aus will ich
ev. zum Theil per Rad über
Brenner nach
Innsbruck,
Salzburg,
Ischl, wo ich
|zwi
schen
18. u
20. sein dürfte. Vielleicht
treffen wir
schon früher zu
sa
mmen? in
Salzburg? Jedenfalls halte ich Sie
stets auf dem Laufenden, wo
ich bin; mir
schreiben Sie am be
sten nach
Wien; es
wird mir von Zeit
zu Zeit nachge
schickt; u. bleibt noch immer
am
sicher
sten. – Bei
Richard war ich (u
Wasserm) vorge
stern
; er i
st eigentlich in ganz guter Stimmung, und, denken
Sie, die
Novelle i
st fertig.
Zu
Weihnachten (
mäßigen
Sie Ihre Heiterkeit
be
sser als ich es bei die
ser Mittheilg vermochte) will
er
seine
Tragödie beendet
haben. – Ich
schreibe an der
mei|nen,– Nachmittg gibt es i
mmer 2–4 Stunden, in denen man dazu Zeit hat; auch auf
der Fußt
our soll es so gehalten werden. – Während der
Arbeitszeit geht’s mir am be
sten; dagegen wach ich heut recht oft aus
den
schrecklich
sten Träumen auf; und an den Abenden packt es mich oft
so – na, Sie
gehn mir
sehr,
sehr ab. – Morgen Vormittg fahr ich nach
Niederdorf, wo die
Familie
i
st (
Vater,
Mutter,
Schwester). – Jetzt, in die
sen heilen
Sommertagen wird alles eigentlich
so ganz, ganz klar. –
|Von dem »
Milchreis«
waren Sie hoffentlich eben
so entzückt wie ich. Ein
Epigone von
Herzl wie es
scheint –
nur ohne Gei
st und noch viel affectirter. Es i
st doch wirklich einer
↓von diesem Jüngst Wien↓ ekelhafter als der
andre; (– wie gut haben wir uns doch i
mmer zu
sa
mmen ekeln können! –)
— – Von der
Gl. hab ich Nachricht,
d
ss
sie nach
Abazzia geht; die »
russische Gräfin«,
hat
↓mir↓ einige irr
sinnige So
mmerpläne mitgetheilt; ich nehme an, d
ss mir heute aus
Wien ein Brief von ihr nachge
schickt wird. We
nn
nicht, i
st
sie ver
schollen; – und ich auch. –