|24. 2. 920
lieber Gustav, vielen Dank für die Karte. Hoffentlich
gefällt es Ihnen weiter so gut und das Wetter
hält sich. Ich habe dienstliche Absicht Sie
zu besuchen wenns bahntechnisch möglich
ist. Von dem unerwarteten Hinscheiden der
armen Lili Stross haben Sie gelesen und
gehört nehm ich an. Grippe, in ein paar Tagen.
Auch für Olga ist es ein besonders schwerer
Schlag. Wir haben sie alle sehr gern gehabt.
Sie war ein wahrhaft liebliches Wesen –
man hätte das Wort erfinden müssen! Ich
erzähl Ihnen mündlich mehr. –
Bei uns geht es im übrigen ganz leidlich,–
Heini hat noch immer seine Sehnenscheidenentzündg u. darf nicht Klavier spielen. Von Rein|hard das übliche Telegramm mit Ausflüchten etc. Première
angeblich Mitte März. Reigen mein ich.
Schwestern noch nicht bestimmt; nach 31. März
laß ichs nicht mehr zu. Hier am 25 März. –
– Frühlingstage. Wir saßen heute im Garten
und ließen uns besonnen. Heiter waren
wir nicht. – Doch »Du, der da weiter lebt. . . . «
wie jener Kesselflicker sagt.
Rührend war der kleine Raimund Hofmannsthal, der gestern im Matrosenanzug hinter
dem Sarge einherging; – Lili L. war seine
erste Liebe gewesen. –
Lassen Sie sichs wohl ergehen, lieber Gustav,
wir grüßen Sie aufs allerherzlichste.
Ihr
Arthur
Arthur
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