Theodor von Sosnosky an Arthur Schnitzler, 23. 5. 1901

|dzt Kr 23/5 901
Sehr geehrter Herr Doktor! Vertraulichsten Dank für die liebenswürdige Zusendung Ihres jüngsten Werkes! Gerade gestern hab’ ich die Besprechung des Romans, nachdem ich Sie von einem andern Blatte als zu freundlich zurückerhalten, an die »Nation« gesandt; sollte diessie nehmen, würde ich »Lt Gustel« dazunehmen. Diese Er|zählung kenne ich bereits aus der N. Fr. Pr. Sie wurde mir von befreundeter Seite zugeschickt. Ich fand sie hochintereßant, in der Technik brillant, will aber nicht verhehlen, daß sie in mir die heftigste Opposition erweckt hat, da ich darin dieselbe Feindseligkeit gegen den Offiziersstand erkenne, die mir aus »Freiwild« in Erinnerung ist. Wollen Sie diese offene Ansicht, die kundzutun mir Pflicht scheint, nicht verübeln Ihrem Sie hochschätzenden
ThvSosnosky
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