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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 26. 5. 1901
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: 26. 5. 1901
Sosnosky, Theodor von
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 126
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten
Handschrift , deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Zusatz Markierungen einer Versteigerung: »5468« und »15–«
Veröffentlichung 1
Theodor v. Sosnosky: Unveröffentlichte Schnitzler-Briefe über die »Leutnant-Gustl«-Affäre. Eine Sensation vor dreißig Jahren. In: Neues Wiener Journal, Jg. 39, Nr. 13.624, 26. 10. 1931, S. 4.
Veröffentlichung 2
Ursula Renner: Dokumentation eines Skandals Arthur Schnitzlers »Lieutenant Gustl«. In: Hofmannsthal-Jahrbuch, Jg. 15 (2007), S. 210–211.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Theodor von Sosnosky, 26. 5. 1901. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L04234.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L04234«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Sonntag, 26. 5. 1901

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Arthur Schnitzler an Theodor von Sosnosky, 26. 5. 1901

|Wien, 26. 5. 1901.
Verehrtester Herr von Sosnosky, ich danke Ihnen herzlich für die freundlichen Mittheilungen und hoffe bald lesen zu dürfen, was Sie über die »Garlan« gesagt haben. Ich schließe gewiss nicht unrichtig, dss es das Neue Wiener Tagblatt war, welches Ihre Kritik als zu freundlich refüsirt hat. Ihren Bemerkungen zum Lieutn Gustlssen Sie mir gestatten zwei Worte zu erwidern. Ich finde, dass man mir mit demselben Recht als man mir Feind|seligkeit gegen den Offiziersstand vorwirft, weil ich den Gustl geschrieben – Gehässigkeit gegen die Aerzte vorwerfen könnte, weil ich den Ferdinand Schmidt im Vermächtnis, Gehässigkeit gegen den Liberalismus, weil ich den Losatti (im gleichen Stück), Gehässigkeit gegen Theaterdirektoren (Schneider in Freiwild) gegen Weinhändler (Schwager Garlan) u. s. w. vorwerfen konnte. In jedem Stand gibt es |eine große Anzahl minderwerthiger Individuen und ich erkenne keinem Stande das Recht zu, sich diese Constatirung zu verbieten. Und dabei möchte ich für meinen Fall noch erwähnen, dss mein »Gustl« ein ganz netter, nur durch Standesvorurtheile verwirrter Bursch ist, der mit den Jahren gewiss ein tüchtiger und anständiger Offizier werden dürfte. Aber – hievon abgesehen, müßte ich mir als Dichter jedenfalls das Recht |vindiciren, einen Offizier selbst zu erfinden, der gewohnheitsmäßig seine Großcousinen umbringt; wenn ich einen solchen Offizier für meine Novelle brauchte.– Ihnen, mein verehrter Herr von Sosnosky, dem ich schon für soviele wahre Liebenswürdigkeit und für soviel Verständnis zu danken habe, darf ich heute auch diese meine Stellung zu der von Ihnen angedeuteten Frage andeuten, ohne die Befürchtg misverstanden zu werden.
Mit den verbindlichsten Grüßen
Ihr sehr ergebner Arthur Schnitzler.