Bitte, lieber Freund, ent
schuldigen Sie meine Unhöflichkeit, die Sie
länger als 14 Tage auf Anwort warten ließ. Mit Überbürdung ka
nn ich die
se Verzögerung freilich nicht motiviren; ich
habe nur i
mmer auf etwas Mitteilenswertes gewartet, auf
ein intere
ssantes Abenteuer, oder wenig
stens auf ein »inneres Erlebniß«, aber es hat
sich nichts dergleichen einge
stellt. Wie Sie
sehen, bin
|ich noch i
mmer in
Wien. Bei
Weiss i
st zwar eine Freikarte
für mich vorgemerkt, aber
ich habe
sie noch nicht abgeholt, werde es auch wahr
scheinlich nicht. Ich hab
so alle
Lu
st verloren und beruhige mich mit dem Bewußt
sein, daß ich bis
Villach fahren kö
nnte, we
nn ich
wollte. Das i
st auch etwas. – Von
R. Golm hab ich nichts gele
sen. Übrigens hat der Ma
nn mit
seinem Benehmen Recht, we
nn er dadurch Exemplare ab
setzt.
We
nn er
sich Ihrem
Cousin sympathi
sch gemacht hätte, wäre ihm das vielleicht nie gelungen. Ärger zu
erregen er
scheint al
so ein gutes Mittel zu
sein. Das ka
nn
man
sich ja merken.