Be
sten Dank für Ihren
Brief
; es war nett von Ihnen, daß Sie ge
schrieben haben.
Eigentlich habe ich Ihnen nur das zu
sagen, denn mitzuteilen gibt es nichts. Sie
mü
ssen das begreiflich finden. We
nn Sie unter
so
gün
stigen Bedingungen –
Ischl, Ausblick auf die »herrliche Natur« vorzüglich Eigene –
nichts erleben und noch nicht einmal zur Empfindung reinen Glückes gelangt
sind, wie
soll ich
|es hier? Sie können
sich
leicht denken, daß meine So
mmer Exi
stenz jetzt nicht
be
sonders anregend i
st. Das Einzige, was meinem Leben in den letzten Wochen einen
Inhalt gab: die neue
Köchin, bringt
nun auch keine Überra
schungen mehr. –
Von
Loris hab ich ge
stern Nachricht beko
mmen; er i
st mit
seinen
Eltern schon wieder in der
Fusch,
sie haben es in
Gossensass nur zwei Tage ausgehalten.
Rudolf
befindet
sich leidlich, er klagt zwar i
mmer
|und i
st in be
ständiger Ang
st, aber wir
sind ja
schon zufrieden, we
nn seine Ang
st
sich als
grundlos erwei
st. Die näch
ste Woche muß er zum großen Teil in
Wien zubringen, um
seine Arbeit zu machen. We
nn es nur
schon glücklich vorüber wäre!
Meine
Brüder danken herzlich für Ihre Grüße und erwidern die
selben be
stens. Den
Gruß an Herrn
Wachtel werde ich be
stellen, die
geforderten »Kühle« werde ich leicht aufbringen. Wo aber
soll ich die frivole Wärme
für den Gruß an die
Tini hernehmen? Da werde
ich wol vorher einige Scenen aus
Anatole le
sen mü
ssen
|um mich zu
stärken
und in würdiger Wei
se vorzubereiten.