|Mein verehrtester Herr Schwarzkopf,

wie geht es Ihnen, Ihren Brüdern, insbesondere Rudolf? Sie wären sehr gütig, wenn Sie mich in ein paar Zeilen benachrichtigten!–
Von mir ist wenig andres mitzutheilen, als dass ich Bicycle fahre, mir das |Hinken schon abgewöhnt habe, einige schlecht Wiener Verse zu verbessern und eine kleine Novelle zu beenden – trachte, noch immer huste, und merkwürdigr Weise auch nicht beim Leopold, jetzt, 3 Uhr Nachmittag, bei einer Cigarre über meine Verhältnisse, |und die berühmte »Natur« vor meinem Fenstern (Aufgeschnitten, ich habe nur ein Fenster), dass ich auch da nicht zu der Empfindg reinen Glückes komme. –
– Ich sage Ihnen alles dies, mein lieber und verehrter Freund, um eine Antwort zu erpressen, selbst wenn|es nur 2 Zeilen wären. Bitte grüßen Sie Ihre Brüder aufs herzlichste, Herrn Wachtel kühl, die reizenden Tini mit frivoler Wärme. –
Ganz der Ihre
Arthur Schnitzler
5/7. 93
|Von Rich. B. Hofm. beste Grüße. –
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