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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 17. 8. 1899
Schwarzkopf, Gustav
Wien
Empfang: [18. 8. 1899 – 22. 8. 1899?]
Schnitzler, Arthur
Bad Ischl
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 96a
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.281 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Gustav Schwarzkopf an Arthur Schnitzler, 17. 8. 1899. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L04295.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L04295«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 17. 8. 1899

Aufenthaltsorte
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Otto Brahm, 17.8.1899?

Quelle: Der Briefwechsel Arthur Schnitzler – Otto Brahm. Vollständige Ausgabe. Hg., eingel. und erl. von Oskar Seidlin. Tübingen: Niemeyer, 1975.

Weiteres

Gustav Schwarzkopf an Arthur Schnitzler, 17. 8. 1899

|17. 8. 99
Lieber Arthur, die beiden Ansichtskarten aus Predazzo und Martino habe ich Samstag respek. Sonntag, also erst nach Absendung meiner Karte erhalten. Warum sind Sie nicht länger im Martino geblieben? Hat es Ihnen nicht zugesagt? Aus der Tatsache, daß Sie einen Brief von mir bekommen – um meine Ankunft anzuzeigen, hätte ja eine Karte genügt – werden Sie schon erraten haben, daß ich nicht die Absicht habe nach Ischl zu kommen. Meine Trägheit, die Unlust etwas zu beginnen oder gar eine Veränderung mit mir selbst vorzunehmen, isso groß geworden, daß ich die notwendige Energie |nicht aufbringen kann. Das klingt unwahrscheinlich, wie eine Ausrede, aber es ist wirklich so, glaub mir. Selbstverständlich kann man sich von dieser Apathie durch einen Ruck befreien, und das würde ich wol auch tun, wenn ich nicht wüßte, daß Sie in vier Wochen ja doch wieder in Wien sein werden. Jetzt würden Sie übrigens einen schlechten Gesellschafter an mir haben, – Sie wissen ja schon, was das bei mir heißt – der Ihre »mäßige Stimmung« nur verschlechtern könnte. Ich bin gründlich verstimmt,– ganz wörtlich zu nehmen – |wie ein Instrument, das lange nicht gespielt wurde. Seit einem Monat hab ich ja sselten gesprochen – nur hie und da mit Ebermann und Kapper – und dafür soviel Unnützes und Unerfreuliches gedacht. – Ebermann reist Ende dieser Woche fort nach Salzburg, wird dann auch nach Ischl kommen. – »Denk mal an«, vorgestern habe ich hier Adele Sandrock gesprochen. In meiner Straße, auf dem »tiefen Graben«. Sie hatte die Gnade mich anzusprechen, ich hätte es gewiß nicht getan; sie sieht gut aus, wird stark, was sie sehr besorgt macht, |und erzählte mir, daß sie 180 mal gespielt und alle Stücke selbst inscenirt und glänzende Geschäfte gemacht habe. »In meinem Koffer ist jetzt der Ehrgeiz tief unten verpackt und das Checkbuch ganz oben« sagte sie. Buchbindernnte aus dieser Begegnung zwei reizende Feuilletons machen. Als wir uns verabschiedet hatten, dachte ich mir: Gut ist es nur, daß sie gewiß längst meinen Namen vergessen hat, sonst würde sie doch sicher erzählen: »Neulich habe ich den Schw., diesen aus dem Zuchthaus entsprungenen Idioten getroffen –.« – – –
Bitte, empfehlen Sie mich allen Mitgliedern Ihrer Familie und grüßen Sie auch Ihre lieben kleine Neffen herzlichst vom »Onkel Glatzkopf«.
Herzlich
Ihr
GustavSch
    Bildrechte © University Library, Cambridge