|4. VIII. 00
Lieber Arthur, es wird sich leider nicht machen lassen. Von der großen Fußtour mit Bahn und Fuß hätte ja für mich nie die Rede sein können, aber einige Tage Salzburg wäre ja zu leisten gewesen. Nun tritt aber meine Köchin, wie ich Ihnen schon mitgeteilt, eine Pilgerfahrt an, und zwar von 12., wie es jetzt festgesetzt ist.1 Urlaub hab ich ihr schon früher bewilligt, ich kann ihn jetzt nicht mehr zurücknehmen ohne mich mit ihr zu verfeinden; sie wäre fähig die äußersten Konsequenzen zu ziehen, wenn ich sie um die Möglichkeit |bringe, ihre Sünden abzubüßen, und einer solchen Gefahr will ich mich doch nicht aussetzen. Ich kann aber Max in der Wohnung nicht ganz allein lassen, ich hätte dann wirklich keine ruhige Stunde in Salzburg. Es ist also nicht zu machen. Ich werde also wahrscheinlich den ganzen August in Wien bleiben, wie im vergangnen Jahr. Wie sich das Wetter jetzt anläßt, dürfte es ganz gut zu ertragen sein. Sie schicken mir von den verschiedenen Stationen Ansichtskarten und wenn Sie im September nach Wien kommen, werden Sie mir ja erzählen, was ich verloren habe, wie lange |Sie bei den verschiedenen Trödlern waren und wie oft die Gesellschaft nicht – ganz einig war. Grüßen Sie übrigens alle Teilnehmer, besondere Beer Hofmann und Goldmann. Es sind übrigens noch immer Leute in Wien, bei der letzten Vorstellung der Seccessions-Bühne »Brand« war es wieder sehr gut besucht und man sah sogar Leute, denen es zur freundlichen Gewohnheit geworden ist, genannt zu werden.– Eben komme ich vom Westbahnhof. Ich habe Emil, dem kühnen Pariser-Reisenden das Geleit gegeben; (er wäre unglücklich gewesen, wenn ich das unterlassen hätte.)– |Empfehlen Sie mich, bitte, Ihrer Mama und grüßen Sie alle Personen in Ischl, die ein Anrecht haben, von mir Grüße zu verlangen.
Herzlichst
Ihr
Gustav.
  1. 1 und kommt am 17. zurück.
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