Lieber Arthur, es wird
sich leider nicht machen la
ssen. Von der
großen Fußtour mit Bahn und Fuß hätte ja für mich nie die Rede
sein kö
nnen, aber einige Tage
Salzburg wäre ja zu lei
sten gewe
sen. Nun tritt aber meine
Köchin, wie ich Ihnen
schon mitgeteilt, eine
Pilgerfahrt an, und zwar von
12., wie es jetzt fe
stge
setzt i
st.
1 Urlaub hab ich ihr
schon früher bewilligt, ich ka
nn ihn jetzt nicht mehr zurücknehmen ohne mich mit ihr zu verfeinden;
sie wäre fähig
die äußer
sten Kon
sequenzen zu ziehen, we
nn ich
sie um die
Möglichkeit
|bringe, ihre Sünden
abzubüßen, und einer
solchen Gefahr will ich mich doch nicht aus
setzen. Ich ka
nn aber
Max in der
Wohnung nicht ganz allein la
ssen,
ich hätte da
nn wirklich keine ruhige Stunde in
Salzburg. Es i
st al
so nicht zu machen. Ich werde
al
so wahr
scheinlich den ganzen Augu
st in
Wien
bleiben, wie im vergangnen Jahr. Wie
sich das Wetter jetzt anläßt, dürfte es ganz gut
zu ertragen
sein. Sie
schicken mir von den ver
schiedenen Stationen An
sichtskarten und
we
nn Sie im September nach
Wien ko
mmen, werden Sie mir ja
erzählen, was ich verloren habe, wie lange
|Sie bei den verschiedenen Trödlern
waren und wie oft die
Gesellschaft nicht – ganz einig
war. Grüßen Sie übrigens alle
Teilnehmer, besondere
Beer Hofmann und
Goldmann. Es
sind
übrigens noch i
mmer Leute in
Wien, bei der letzten
Vorstellung
der
Seccessions-Bühne »
Brand« war es wieder
sehr gut be
sucht und man
sah
sogar Leute, denen es zur
freundlichen Gewohnheit geworden i
st, gena
nnt zu werden.–
Eben ko
mme ich vom
Westbahnhof. Ich habe
Emil, dem kühnen
Pariser-Rei
senden das Geleit gegeben; (er wäre
unglücklich gewe
sen, we
nn ich das unterla
ssen hätte.)–
|Empfehlen Sie mich, bitte, Ihrer
Mama und grüßen Sie alle
Per
sonen in
Ischl, die ein Anrecht haben, von mir Grüße zu verlangen.