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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 11. 5. 1904
Schwarzkopf, Gustav; Schwarzkopf, Max
Wien
Empfang: [12. 5. 1904 – 16. 5. 1904?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 96a
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.277 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Gustav und Max Schwarzkopf an Arthur Schnitzler, 11. 5. 1904. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L04313.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L04313«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 11. 5. 1904

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Gustav und Max Schwarzkopf an Arthur Schnitzler, 11. 5. 1904

|11. V. 04
Lieber Arthur, ich habe ihn gefunden, den »reinen Tor«, er war in dem kleinen Schrank. Bei der Gelenheit habe ich den wirklichen reinen Tor, Ihren Heini gesehen. (Ihre Frau wird diese Benennung hoffentlich nicht als Herabsetzung der geistigen Fähigkeiten Heini’s empfinden) Er hat mich sehr gnädig empfangen, hat mir alle seine Kunststücke vorgemacht, hat unter Musikbegleitung bereitwilligst vor mir getanzt, ohne auch nur den allergeringsten Kopf dafür zu verlangen. Dann hat er mir |erzählt, daß er im »Ratauspak« den »Binngbunnen« gesehen hat und daß er eine »Snitzler Locke« hat. (Man hat ihm wirklich eine gemacht, seine Mittel erlauben ihm das bereits) Auch über seinen Gesundheitszustand können Sie beruhigt sein, denn er hat, gleichsam als Glanznummer und letzte »Production« in meiner Gegenwart gezeigt, daß alles tadellos funktioniert und daß er nicht an Verdauungsstörungen leidet.
Kurz, ich habe mich mit ihm besser unterhalten als neulich im »Carl Theater« bei »Tal des Lebens«. Es war nicht meine |Wahl, ich wurde mitgenommen. Das Stück ist eine nette Anekdote, die für einen Act reichen würde, und die mit primitiver Technik zu vier Acten zerdehnt wird. Hie und da ein hübsches Witzwort, aber alles wird zehnmal gesagt und jede Zweideutigkeit so gehetzt und breitgetreten, bis sie den letzten Rest von Pikanterie verliert. Darstellung (bis auf die Triesch) Ausstattung, Regie unwahrscheinlich schlecht. Es ist auch ganz abgefallen, nur der dritte Act hatte Beifall. Die Kritik ist diesmal dem Gastspiel gegenüber recht kritisch, das Publikum sehr kühl, aber gute Häuser machen sie doch, denn es ist kalt und unfreundlich, der Frühling ist wieder einmal |ein »grünangestrichener Winter«, ein richtiges Brahm-Wetter. Ob er aber mit seinen drei Stücken doch das Auslangen finden wird? Vielleicht kommen Sie doch noch daran. – Angelo tut so, als ob er wirklich Ernst machen wollte, er hat so dringend die beiden Exemplare verlangt als ob die Proben demnächst beginnen sollten.–  Hofmannsthal reisen am 18. fort, wie mir der Page gestern erzählte. –
Daß ich nichts Mitteilenswertes erlebt habe, glauben Sie mir wol, ich bezweifle aber doch nicht, daß die Welt an sich schön ist.
Ihre Frau und Sie herzlichst grüßend,
Ihr Gustav
 
[handschriftlich Max Schwarzkopf:] Natürlich habe ich Grüße von Heini zu bestellen
Sie und Ihre Frau grüßt herzlichst Max.
    Bildrechte © University Library, Cambridge