Hochgeschätzter Herr Doktor!
Zu meinem lieben bedauern las ich in den Zeitungen die Nachricht von dem
uner
setzlichen
Verluste der
Sie betroffen hat; ge
statten Sie mir, Ihnen Sie in aufrichtiger und herzlicher Weise
meines Mitgefühles zu ver
sichern. Es
sind nun
schon einige Tage vergangen, Sie werden
das Bitter
ste bereits verwunden haben u.
sich in philo
sophi
scher Wei
se zu trö
sten
wi
ssen. Aber in
solchen
|Fällen muß man mit
Romeo sagen: »
Hängt die Philosophie.« Sie trö
stet immer nur die
sie nicht brauchen, und
ein wahrer Schmerz muß doch in
sich
selb
st er
schöpfen. Möge die Dauer bei ihnen eine
nichtige
sein.
Für alle Fälle theile ich Ihnen eine Adre
sse mit, mittels welcher Briefe mich zu
allen Zeiten treffen: »
H. u. G. Adv.
D
r Klemperer,
I Tuchlauben 7 Wien.