|17. 1. 902
lieber Herr Rilke, ich nehme es
als einen willkommenen Beweis an
Freundschaft, dass Sie mir so rasch
von den Dingen, die sich zugetragen haben,
Mittheilung machen. Inwieweit
ich Ihnen von Nutzen sein kann,
– ob überhaupt, weiss ich noch nicht;
aber es wäre wohl denkbar, dass da
oder dort ein Wort von mir angehört werden könnte und seine Wirkung thut. Wenn Sie nichts da|gegen haben, spreche ich nächstens mit
Bahr; eventuell auch mit Singer
(Zeit). Mit den Tagesblättern
habe ich so gut wie keine Verbindung. Hoffentlich wird die
Trennung von Ihrer Familie nicht
allzulange dauern – das scheint
mir das wesentlichste. Ich höre
jedenfalls sehr bald von Ihnen, insbesondre ob Sie, resp. wann Sie
nach Wien kommen.
Herzlichst der Ihrige, Arth Schnitzler
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