Lieber Arthur.
Da haben Sie die Märchenkritik der Herzfeld. Ich habe ihr für die sympathische Ausführlichkeit gedankt und ihr von dem
Erscheinen des Anatol-Buches gesprochen; wie
heißt denn der Verlag? –
Unsere Art zu arbeiten (im Drama) ist nicht gar so verschieden, wie Sie anzunehmen scheinen; was ich |aus späteren
Acten vorausarbeiten kann, sind nicht geschlossene Scenen, sondern reine
Farbenskizzen: Worte und Dialogstellen, die oft dann gar nicht wirklich aufgenommen
werden, mir aber als Parfümflaschen, als Stimmungs-Accumulatoren und -Condensatoren
dienen, damit die Suggestion im Laufe der Detailarbeit nicht verloren geht; das ganze
hängt wahrscheinlich mit meiner Ihnen gegenüber mehr lyrischen, mehr auf Farbe
hinarbeitenden Technik zusammen. Wie lange |bleiben Sie in Wien? kann man Ihnen während der Waffenübung schreiben?
Herzlichst grüßend
Loris.
Loris.
P. S. Was die Herzfeld von nothwendiger Technik für
Bühnenfernwirkung und von »concentrierter« Natürlichkeit des Dialog’s sagt, scheint mir sehr vernünftig; |es ist dies thatsächlich die Erfahrung des allerletzten Theaterjahres für jeden
Objectiven und für künftige Arbeiten nicht unwichtig: ganz die gleichen
Rathschläge, mit zahllosen anderen höchst wertvollen, finde ich in den kritischen
Studien von Otto Ludwig, aus denen ich hier
mit Genuss und innerer Freude eine Menge lerne. Über Technik des dramatischen
Dramas zum Unterschied vom herrschenden Novellendrama muss überhaupt nächsten
Winter bei Ihnen sehr viel geredet werden.
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