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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 26. 11. 1895
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [26. 11. 1895 – 30. 11. 1895?]
Hofmannsthal, Hugo von
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Frankfurt am Main, Freies Deutsches Hochstift, Hs-30885,47
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 1.699 Zeichen
Handschrift Bleistift, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Hofmannsthal mit rotem Buntstift mit einem »X« markiert
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 63–64.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 26. 11. 1895. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00518.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00518«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 26. 11. 1895

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Weiteres

Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 26. 11. 1895

|26. 11. 95.
Lieber Hugo, eben hab ich den Kaufmannssohn gelesen. Folgendes find ich: die Geschichte hat nichts von der Wärme und dem Glanz eines Märchens, wohl aber in wunderbarer Weise das fahle Licht des Traums, dessen räthselhafte wie verwischte Uebergänge und das eigene Gemisch von Deutlichkeit der geringen und Blässe der besondern Dinge, das eben dem Traum zukommt. Sobald ich mir die Erlebnisse des Kaufm.s. als Traum vorstelle, werden sie mir höchst ergreifend; denn es gibt solche Träume, sie sind eigentlich auch Schicksale, und man könnte verstehen, dassich Menschen, die von solchen Träumen geplagt |werden, aus Verzweiflung umbringen. Auch ist nicht zu vergessen: die Empfindungen des Kaufmannssohnes sind wie im Traum geschildert; die unsägliche Unheimlichkeit, die irgend ein Weg, ein Kindergesicht, eine Thür annehmen kann, wenn man sie träumt, finden kaum im wachen Leben ein Analogon. Ihre tiefere Bedeutung verliert die Geschichte durchaus nicht, wenn der Kaufmannssohn aus ihr erwacht statt an ihr zu sterben; ich würd ihn sogar mehr beklagen; denn das tödtliche fühlen wir besser mit als den Tod. – Ich will mit alldem |nicht sagen, dass mir nicht auch ein Märchen desselben Inhalts, ganz desselben recht wäre; aber Sie haben die Geschichte bestimmt als Traum erzählt; – erinnere ich mich jetzt zurück, ssehe ich den Kaufmannssohn im Bett stöhnend sich wälzen, und er thut mir sehr leid. –
Damit wäre auch alles zum Vorzug gewandelt, was sonst befremden müßte: eine seltsame Trockenheit, etwas hinschleichendes im Stil – was die Stimmung des Traums unvergleichlich malt, der Märchenwirklichkeit aber zum Nachtheil ist.
Viele herzliche Grüße. Es wird sich noch manches sagen lassen.
Ihr Arthur
    Bildrechte © Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main