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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 20. 5. 1897
Beer-Hofmann, Richard
Wien
Empfang: [21. 5. 1897 – 25. 5. 1897?]
Schnitzler, Arthur
London
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 8
Typ Brief
Beschreibung 3 Blätter, 9 Seiten, 1.553 Zeichen
Handschrift blauer Buntstift, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »96«
Veröffentlichung 1
Arthur Schnitzler, Richard Beer-Hofmann: Briefwechsel 1891–1931. Herausgegeben von Konstanze Fliedl. Wien, Zürich: Europaverlag 1992, S. 105–106.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Richard Beer-Hofmann an Arthur Schnitzler, 20. 5. 1897. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00680.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00680«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 20. 5. 1897

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Richard Beer-Hofmann an Arthur Schnitzler, 20. 5. 1897

|20/V 97 Wien
Lieber Arthur, ich hab Ihren Brief vor einer Viertelstunde erhalten und antworte schon damit Sie bei Ihrer Ankunft in London ihn vorfinden. Ich reise am 3. Juni Früh nach Ischl. Länger kann ich nicht hier bleiben. Ich bin |recht verdrießlich: Mein Husten, kein Geld, Wohnung in Ordnung bringen – ich bekomme Wutanfälle wenn ich hausfrauliche Pflichten erfüllen soll. Kommen Sie nicht |im Juni mit Ihrer Mama nach Ischl? Wien dürfte Ihnen ja unerträglich sein.
Dem Paul sagen Sie: »Ein guter Mensch in seinem – – – –« und betonen Sie das »gut«. Er hat |tausendmal recht gehabt mit Allem was er von der Verlogenheit und Niedrigkeit dieses Packs sagte.
Altenberg hat mir – ich bat ihn nicht darum – |im Tiergarten durch einige Stunden Gesellschaft geleistet. Von dem plumpem Comödiespielen dieses armseeligen Schmierencomödianten können Sie sich kaum einen Begriff machen. |Er lehnt verzückt an irgend einer Umfriedung und starrt auf irgend einen Schwarzen oder Schwarze und wartet daß ihn ein zufällig Vorübergehender (– er ist natürlich nur am Nachmittag in den Besuchsstunden dort wo er gesehen wird –) |aus seiner Verzückung reiße. Dabei ist er blind für den wirklichen Reiz dieser dunkeln Menschen
Er kann nur lügen.
Von Bahr mag ich |nicht mehr reden. Er »sinkt« immer tiefer würde ich sagen, wenn er jemals hoch gestanden wäre. –
P. schreibt mir täglich und ist geduldig und brav. Da fällt |mir ein daß Sie ja – da ich nach London adressire – Paul nicht mehr sprechen; also schreiben Sie ihm viel Herzliches von mir, und seine neue Adresse möcht ich wissen. Bicycle? Noch nicht!
Ihr Richard
    Bildrechte © University Library, Cambridge